Kosten der 2. S- Bahn- Stammstrecke: Das Risiko trägt die bayerische Bevölkerung

Kein Licht am Ende des Tunnels - keine 2. Röhre?

Kein Licht am Ende des Tunnels – keine 2. Röhre?

Ein Kommentar von M. Wengler:
Jetzt politisieren sie wieder, SPD, CSU und die Bahn, über den Bau der zweiten, unterirdischen Stammstrecke, für die S- Bahn in München.

Bis zum Jahr 2025 könnte es nun dauern, laut Medienberichten, über interne Dokumente bei der Bahn, bis der Tiefentunnel als 2. Stammstrecke fertig gestellt sein soll.

Nun wissen Beobachter der Szene längst, dass solche Veröffentlichungen, die irgendwann mehr oder weniger bewusst einer Zeitung zugespielt werden, Druck erzeugen sollen. Nicht mehr und nicht weniger.

In diesem Fall will wohl die Bahn mehr Finanzmittel loseisen, vom Freistaat Bayern. Finanzmittel, die natürlich den bisherigen Kostenrahmen und weit darüber hinaus abdecken sollen, woran die Planer der Bahn und die Baufirmen letztlich verdienen.

An einem Staatsbau wollen alle teilhaben und sich die „sicheren Gelder“ sichern und mit Steuergeldern die Taschen füllen.

Mehr als gefährlich sind solche Spielchen hingegen für die Politik. Der BER, das größte anzunehmende Desaster um den Flughafen in Berlin, lässt grüßen. Ebenso wie viele Bahnprojekte in der Fläche, die zwar allesamt um Jahre hinterher hinken, aber bei weitem nicht so viel Risiko, mit so viel verbundenem Geld, für die Beteiligten abwerfen. Ganz wie für den Bauunternehmer im „Bullen von Tölz“, einer Serie, die in den 90er Jahren auf Sat1 lief. Der darin vorkommende Bau- Mogul konnte mit schwierigen Aufträgen, die unkalkulierbar waren, seine Schäfchen ins trockene bringen.

Gefährlich wird die ewige S- Bahn Diskussion langsam allerdings für den Großraum München. Wohnraum ist knapp und teuer und die S- Bahn ist längst nicht so zuverlässig, wie die Bahn in all ihren Statistiken selbstherrlich verkündet. Zumindest nicht in den Stoßzeiten.

Die Zeche zahlen so oder so am Ende die Steuerzahler und von denen glauben immer noch viel zu viele an Gerechtigkeit, guten Willen und dass die da oben schon wissen, was gut ist oder wäre, für die da unten.

 

Die Gefahr für München wird, dass bei den Mietpreisen eben langfristig gerade Geringverdiener die Stadt meiden. Doch keine Gesellschaft funktioniert ohne diese Dienstleister. Die Bahn selbst kämpft um Lokführer, in unserer alternden Gesellschaft stehen Renten- und Pensionierungswellen bevor, was für weniger gut dotierte Jobs in der Landeshauptstadt langfristig bedeuten wird: Entweder es wird mehr bezahlt oder man muss ohne solche Leute auskommen- im Zweifelsfall die bisher vorhandenen Kräfte noch mehr unter Druck setzen. Denn das S- Bahn- Umland bietet, mit den derzeitigen Bahn- Zuständen, keine Verlässlichkeit.

Viele Menschen sind auf den ÖPNV im Ballungsraum München angewiesen. Auf eine funktionierende, störungsfreie und pünktliche S- Bahn, ins Umland. Nicht nur auf der Stammstrecke. Selbiges gilt für die Regionen außerhalb Münchens, deren Regionalzüge sich die Gleise mit der S- Bahn teilen.

Mit der derzeitigen Gangart pro Tunnel werden sämtliche Maßnahmen blockiert, die mildernd wirken könnten, im Falle von Störungen. Wenn Bahn und Politik weiterhin auf dem Rücken der Bevölkerung auf die Eier- legende Woll- Milch- Sau 2. Stammstrecke bauen- kann dieser Schuss nach hinten losgehen. Ein Rad das immer weiter gedreht, ein Bogen der immer mehr überspannt wird.

Keine Elb- Philharmonie, kein BER: Die 2. S- Bahn- Stammstrecke soll kein Desaster werden. So will es die Bayerische Staatsregierung.

Dabei herrscht heute schon Chaos: Es gibt nur Baurecht für einen von drei Abschnitten, nämlich den Mittleren. Doch selbst der ist umstritten. Am Marienhof klagt das Eisenbahnbundesamt gegen Lärmschutz- Auflagen, die der Bahn vor Gericht aufgebrummt wurden. Am Hauptbahnhof, wo demnächst Baurecht „erwartet“ wird, soll sogar von der MVG, den Stadtwerken München, gegen die Pläne der Bahn geklagt werden (wegen der mangelhaften Planung am Bahnsteig der U4/5). Kooperation und Eile sieht anders aus- oder handelt es sich um bewusste Fehl- Planungen, die am Ende die Kosten in die Höhe treiben?

Da verwundert es nicht, dass immer wieder interne Bahn- Dokumente durchsickern, die nach einer schnelleren Entscheidung, ohne weitere, gründliche Prüfungen und finanzielle Grenz- Linien gieren. Die Bahn weiß: Es wird nie bei den geplanten Summen bleiben, so wie bei allen Großprojekten. Das Unternehmen versucht nur, mit der bisher gängigen Praxis noch mehr Steuergelder locker zu machen.

 

Zwischen Ingolstadt und Nürnberg vergaßen die Geologen der Bahn die Höhlen im Gestein, zwischen Augsburg und München rechnete niemand bei der Ortschaft Haspelmoor mit moorigem Untergrund. Diese Beispiele haften an den Planern der Bahn. Durch solche Fehler der Bahn wurden diese Baustellen teurer. Abwarten, was die Strategen der Bahn bei der 2. Stammstrecke alles nicht vermuten (wollen)..

Wer die Zeche zahlt, steht ohnehin schon fest. Die bayerische Bevölkerung! Denn der Freistaat Bayern ist Bauherr (verschachtelt in einer Gesellschaft) und trägt damit das alleinige Restrisiko, mitsamt Kosten durch Planungsfehler der Bahn oder Gerichtsauflagen. Während die Bundesregierung in Berlin und die Deutsche Bahn sich an Mehrkosten beteiligen können, aber nicht müssen. Die 2. S- Bahn- Stammstrecke ist ein reines Nahverkehrsprojekt und dafür sind alleinigst die Länder zuständig, samt Restrisiken.

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