S- Bahn- Stammstrecke blockiert: Kann ja nicht ewig so weitergehen – wenn doch?

Kein Licht am Ende des Tunnels - keine 2. Röhre?

Kein Licht am Ende des Tunnels – keine 2. Röhre?

Wir schreiben das Jahr 2014. Februar. Die Tage war wieder einmal zur Hauptverkehrszeit die S- Bahn- Stammstrecke in München blockiert. In solchen Momenten läuft die Diskussion zum Bau der neuen Stammstrecke wie ein Film vor den Augen ab. Ja- wann hat man eigentlich zuletzt etwas von der 2. Röhre von den Politikern gehört?

Das ist lange her. Was wurde eigentlich aus dem Darlehen vom Flughafen, das Bayern, die Stadt München und der Bund für den Bau der 2. Stammstrecke verwenden wollten?

Bekannt ist derzeit nur, dass im mittleren Teil am Marienhof Baurecht bestünde, hier aber das Eisenbahnbundesamt gegen Gerichtsauflagen klagt. Die anderen Abschnitte, am Hauptbahnhof zum Beispiel, dümpeln vor sich hin. Wenn es hier Baurecht gäbe, soll sogar die Stadt München mit der MVG gegen die Bahn klagen, wegen den Engpässen am Bahnsteig der U4/U5.

Im Osten, in Haidhausen, warten noch mehr Einsprüche.

Außerdem steht seit Juni 2013 das Ergebnis einer Prüfung durch den Bundesrechnungshof aus.

Selbst wenn sich die Politik am Ende durchsetzen sollte, dauert es mit dem Bau noch zig, ja fast zehn Jahre. Das tägliche Chaos wird nicht geringer und die Ausfälle nehmen mittlerweile Formen an, wo niemand sagen kann, ob er pünktlich nach Hause oder zur Arbeit kommt oder eben nicht.

Seit Jahren wird nun geplant, diskutiert, polemisiert, mit Gutachten ein Vergleich nach dem anderen aufgestellt und trotzdem hat sich nichts bewegt.

 

Die S- Bahn- Pendler nehmen das alles stillschweigend zur Kenntnis und sind mit der Diskussion ohnehin überfordert. Wem soll man noch Glauben schenken? Denjenigen die immer große Verbesserungen ankündigen, dann mit Stuttgart 24 oder dem Berliner Flughafen baden gehen oder denjenigen, die scheinbar alles verteufeln?

Es kann schließlich nicht Sinn der Sache sein, nur den Status quo zu erhalten.

Andererseits will der biedermeierische S- Bahn- Nutzer selbst nicht denken. Er will seinen gewohnten Weg zur Arbeit haben, ohne im Notfall umsteigen oder andere Verkehrsmittel wählen zu müssen, als im Regelfall.

Die Option S- Bahnen über den Südring und zur U- Bahn umsteigen ist eine Alternative, die von den Fahrgästen Hirnschmalz verlangen würde.

Die derzeitige Situation zeigt jedoch, dass das alles so gewollt ist. Niemand will flexibel oder gar geistig beweglich sein müssen.

Die da Oben werden schon wissen, was gut ist für die S- Bahn- Nutzer da unten. Folglich beschäftigt sich niemand mit Kosten, Sinn oder Unsinn und alle warten gespannt bis zur nächsten Störung, wann die Politik denn nun endlich Abhilfe schaffen will.

Die Teuerung von Projekten, unter anderem die steigenden Rohstoffpreise sind hier zu Lande ohnehin allen suspekt. Ging doch bisher auch alles und warum bauen die Chinesen und Schwellenländer soviel und was hat das mit teuren Rohstoffen und Baumaßnahmen bei uns zu tun?

Der Bahn- Nutzer an sich lebt in seiner eigenen Welt, nebst Zeitung, Mitinsassen und ist froh, wenn er ohne Ungemach von A nach B kommt. Letzteres ist in letzter Zeit oft gestört, aber das heißt noch lange nicht, dass die Bahn- Nutzer auf die Idee kommen könnten, Briefe an die Verantwortlichen zu schreiben um Druck zu erzeugen.

Dabei bezahlt der Steuerzahler all die Bahnen. Mit Steuergeldern werden die Züge bestellt, mit den Geldern vom Fahrkartenverkauf erwirtschaften die Eisenbahn – Unternehmen ihren Gewinn. Die S- Bahn München ist eine GmbH unter dem Dach der Deutschen Bahn AG in Berlin, einem Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Politiker, ob in Land, Bund oder diejenigen die beim MVV etwas zu sagen haben, wäre eigentlich der richtige Ansprechpartner.

Die da Oben werden sich der Sache schon annehmen, kann ja nicht ewig so weitergehen, mit den Störungen auf der einen Stammstrecke. Was aber- wenn doch?

 

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