2. Stammstrecke: Welche Regionalzüge können sie wirklich nutzen?

Meridian - die neuen Züge zwischen München, Rosenheim und Salzburg

Meridian – die neuen Züge zwischen München, Rosenheim und Salzburg

Derzeit gibt es viele Beschwerden und Ärger bezüglich der Ausschreibungen bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

Meridian, Werdenfelsbahn, Fugger- Express und Donau- Isar- Express. Nicht nur Fahrgäste beschweren sich über zu wenig Sitzplätze, wenig Platz, engere Sitze und dergleichen.

Dabei wird neuerdings überall ein Zugtyp favorisiert der den Zügen der Münchner S- Bahn ähnelt.
Dennoch kann keiner dieser Züge den neuen 2. S- Bahn- Stammstrecken- Tunnel in München nutzen, sollte dieser gebaut werden. Dazu sind die heute schon in der Kritik stehenden Züge noch zu wenig „S- bahn- baugleich“, wie das die Bahn im Fachbegriff nennt.

Eine wesentliche Begründung für den Bau der 2. S- Bahn- Stammstrecke war jedoch, dass der Tunnel auch von Regionalzügen genutzt werden kann, nicht nur von der Münchner S- Bahn. Ganz Südbayern soll von dem Projekt profitieren, nicht nur der Großraum München, so die politische Ansage.

Nur was bedeutet das wirklich für die Bahn, die Züge, die Pendler, die Platz- Kapazitäten, wenn die Züge absolut S- Bahn- bauglich sein müssen, um die 2. S- Bahn- Stammstrecke nutzen zu können?

Heißt das nicht, dass in den Zügen, die durch den 2. Tunnel verkehren, egal ob aus Rosenheim, Ingolstadt oder Augsburg, die Fahrt für die Fahrgäste noch unbequemer wird?

Setzt der Freistaat Bayern mit dem Bau des 2. Tunnels für die S- Bahn damit langfristig Maßstäbe für Züge, die für längere Wegstrecken („Fernpendler“) eigentlich völlig ungeeignet sind?

Existiert am Ende ein 2. Tunnel in München, der für die Pendler aus der Region mehr Nachteile bringt, als Vorteile?

Eine erste Aussicht darauf, welcher Zugtyp all jene in ihren Regionalbahnen erwartet, die künftig mit „S- Bahn- baugleichen“ Zügen verkehren müssen, wird die Flughafen- Anbindung für Niederbayern zeigen.
Denn in den Bahnhof am Flughafen können laut Bayerns Bahnchef Josel nur „S- Bahn- baugleiche“ Züge einfahren.

Was der damit meint und ob diese Züge noch weniger Komfort, Platz und sonst was bieten, als heute der Meridian, Donau- Isar- und Fugger- Express oder die Werdenfelsbahn, werden die Bahnkunden bald sehen.

Unterm Strich könnte es sein, dass der Vorwand, die 2. S- Bahn- Stammstrecke auch für „S- bahn- baugleiche“ Regionalzüge befahrbar zu machen, eigentlich nur dazu verwendet wurde, um die Bevölkerung in der Region ruhig zu stellen.

Denn wenn deren Pendler keine Vorteile durch die 2. S- Bahn- Stammstrecke haben, dafür die Gelder für Überholgleise oder Auflösung des Mischverkehres an den S- Bahn- Außenästen fehlen, wird es schwer für die Politiker, den Menschen all das zu erklären.

Zumal seit diesem Jahr feststeht, dass Fernpendler augenscheinlich lieber Doppelstockzüge mit Lokomotiv- Bespannung bevorzugen, als Triebzüge die S- Bahnen ähneln..

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