Mahnende Worte des scheidenden Oberbürgermeisters sind mehr als berechtigt

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, dessen Amtszeit in wenigen Monaten zu Ende geht, bringt die mehr als berechtigte Sorge über Kostenexplosionen beim Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zum Ausdruck. Derzeit hat sogar eigentlich ökologisch orientierte Parteien das U-Bahnbaufieber erfaßt.

Man träumt von Verlängerungen eines unterirdischen Schnellbahnsystemes in Randgebiete der Stadt. „Der U-Bahnbau in München ist abgeschlossen. Man wird sich sogar sehr anstrengen müssen, daß eine sinnvolle Erweiterung nach Martinsried noch gebaut werden kann“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.

„Das Münchner U-Bahnsystem muß zweifellos dringend ausgebaut werden, aber wir benötigen ein qualitatives Wachstum für dichtere Takte und mehr Zuverlässigkeit.“ Der Fahrbetrieb der Münchner U-Bahn muß mittelfristig automatisch durchgeführt werden. Das Ziel dabei ist ein 80-Sekunden-Takt. Dann wird sich auch der neue Münchner Oberbürgermeister daran erinnern müssen, daß vor Jahrzehnten ein Ausbau der Tangenten beschlossen wurde. Von den drei geplanten Tangenten ist bisher allerdings nur die Osttangente der Trambahn realisiert. Dies ist kein Ruhmesblatt der Münchner Verkehrspolitik, genauso wenig wie man den ständigen Wagenmangel bei U-Bahn und Trambahn loben kann.

Als Fahrgastverband freut es uns natürlich, wenn die Notwendigkeit von einem zuverlässigen und bezahlbaren Linienverkehr von allen Seiten erkannt wird. Nach der Wahl gilt es aber, daß Lösungen in überschaubaren Zeiträumen realisiert werden. „Die Finanzminister von Bund und Land werden sicher die Grenzen der realistischen Vorhaben abstecken. Sinnlos wäre es allerdings, wenn viel Geld für die Planung von Hirngespinsten, wie zum Beispiel der U9 zum Fenster hinausgeworfen würde“, sagt Nagel abschließend.

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