Transrapid, S- Bahn- Tunnel: Stoibers Größenwahn und der ewige Stillstand

Der Größenwahn des global Player „Freistaat Bayern AG“ kannte zur Millenniumswende keine Grenzen. Leute wie Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Stoiber, Ex- Finanzminister Faltlhauser und Erwin Huber wollten im Größenwahn hoch hinaus und sind damit für den ewigen Stillstand von heute verantwortlich.

Stoiber wollte den Transrapid zum Flughafen, dessen Planungen zig Millionen verschlungen haben. Heute steht Stoibers Traum für das Nichts, es gibt nach wie vor keine schnelle Flughafenbahn in München, zum zweit größten Airport Deutschlands. Von einem ICE- Anschluss wie in Frankfurt oder Berlin und bald Stuttgart (Platz fünf deutschlandweit mit gerade einmal 50% der Passagiere von München), redet hier zu Lande niemand mehr. Den Anteilseignern, Bund, Freistaat Bayern und der Stadt München ist das egal. Im Autoland Bayern ist es nur gut und recht, wenn die 20.000 Mitarbeiter zum Flughafen mit dem Pkw zur Arbeit kommen.

Stoiber und Erwin Huber setzten in München den 10- Minuten- Takt bei der S- Bahn durch. Ohne wenn und aber. Ein stümperhafter Umbau am Ostbahnhof war die Folge, der lange Zeit zu Problemen und Verspätungen führte. Nebst einer Computersoftware für das komplizierte Stellwerk, die erweitert anstatt neu programmiert wurde.

Bedient werden mit dem 10- Minuten- Takt all jene S- Bahn- Linien, die damals schon ausgebaut waren. Mit eigenen Gleisen für die S- Bahn- Züge. Dachau, Grafing, Mammendorf. Doch anstatt zusätzliche S- Bahn- Fahrzeuge von der Bahn zu fordern, wurden die Züge auf anderen Linien einfach gekürzt!

Dadurch gab es auf den nicht- 10- Minuten- Takt- S- Bahn- Linien mehr Stehplätze, überfüllte Züge, während Stoiber und Huber in diese  Himmelsrichtungen mögliche Ausbauten mit späterer Besserung versprochen haben. Davon am meisten betroffen: Die S- Bahnen in den Westen nach Fürstenfeldbruck, im Osten nach Markt Schwaben/ Erding und im Norden nach Freising.

Die Erben dieser undurchdachten Größenwahnpolitik, die politischen Macher von heute, stehen vor einem Scherbenhaufen. In Gutachten ließ die Staatsregierung überprüfen, wie eine Flughafen- Anbindung aussehen könnte. Das war in den Jahren 2008 und 2009. Die Gutachter forderten damals eine Basis, „Bezugsquellen“, doch die sind frühestens in zehn Jahren, nach dem Jahr 2020 fertig (wie der 2. S- Bahn- Stammtunnel). Andere von den Gutachtern geforderte „Bezugsquellen“ wurden zwischenzeitlich ganz gestrichen. So zum Beispiel der Ausbau der S- Bahn von München Riem bis Markt Schwaben.

Ohne diese Bezugsquellen, so die Gutachter damals, mache eine schnelle Flughafenanbindung und alle weiteren bautechnischen Verbesserungen bei der Bahn im Großraum München keinen Sinn. Alles wurde dem 2. S- Bahn- Stammtunnel untergeordnet. Der viergleisige Ausbau der S8 zum Flughafen von Daglfing bis Johanneskirchen, etwa. Hier kreuzt der Güterverkehr die S- Bahn, Güterzüge, die über den sogenannten Nordring kommen. Diese Züge fahren weiter zum Güterbahnhof München Ost, werden dann nach Riem rangiert oder nach Rosenheim weitergeleitet. Hier fehlt es oft nur an zusätzlichen Verbindungsgleisen (Truderinger Kurve) und eben dem 4- gleisigen Ausbau der S8.

Die Stadt München hat im Bereich der S8 Großes vor: Neue Wohnungen sollen entlang der Flughafen- S- Bahn gebaut werden. Dafür will die Stadt die S- Bahn untertunneln, was zusätzlich Geld kostet und die Planungen verteuerte.

Zudem haben Stoiber, Faltlhauser und ihre Spitzenbeamten dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Sie meldeten nach Berlin viele Wünsche für Bahnprojekte, sorgten aber gleichzeitig dafür, dass das Bundesprogramm für Schienen- Ausbau- Projekte im Nahverkehr im Jahr 2019 endet.

Dieses GVFG- Programm, eine Mischfinanzierung zwischen Bund und Ländern, bei dem sich der Bund an Projekten ab 50 Millionen Euro beteiligen kann, ist nicht nur hoffnungslos unterfinanziert, sondern versiegt im besagten Jahr.

Dafür handelten Stoiber, Faltlhauser & Co. aus, dass die Länder anderweitig mehr Geld vom Bund erhalten, das sie selbst verwenden und ausgeben können.

 

Entweder waren die hohen Herren in der Größenwahnzeit davon überzeugt, alle Projekte bis zum Jahr 2019 umsetzen zu können oder sie waren so blauäugig, als wäre deren Umsetzung nicht nötig.

 

Wer sich übrigens fragt, über welchen Weg solche Gesetze und Finanzierungswege geändert werden können, dem sei gesagt: Durch eine Änderung des Grundgesetzes, mit einer nötigen 2/3 Mehrheit im Bundestag und der Länderkammer, dem Bundesrat. Genannt wird das „Förderalismusreform“ und diese hängt mit dem „Länderfinanzausgleich“ zusammen. Gegen den wollen Stoibers Erben nun vorgehen. Obwohl ihn der oft so gehuldigte Über- Landesvater Stoiber mit seinen Ministern persönlich in Berlin durchgesetzt hat.

 

Ein Armutszeugnis, bestens zu sehen in den vielen gebrochenen Versprechen und gescheiterten Visionen zu Nahverkehrsprojekten im Großraum München.

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