Bayerisches Wirtschaftsministerium lügt: 4-gleisiger Ausbau der S2 Berg am Laim – Markt Schwaben bedingt keinesfalls 2. Stammstrecke. Opposition schläft

Der Landtagsabgeordnete der SPD Prof. Dr. Peter Paul Gantzer SPD wollte von der Staatsregierung wissen, ob auf der S2 Ost auch ohne 2. Stammstrecke ein 10-Minuten-Takt möglich wäre. Die Antwort der Staatsregierung vom 22.5.2013 ist gelogen: “ Ein isolierter vorgezogener Ausbau der S2 ist vor Realisierung der 2. Stammstrecke nicht möglich.“ Gegenwärtig verkehren auf den fünf S-Bahnästen von Ostbahnhof (S2 Erding, S3 Holzkirchen, S4 Ebersberg,  S7 Kreuzstrasse und S8 Flughafen) nur die S2 und die S4 im 10 Minuten-Takt. Folglich können die 10-Minuten-Takt-S-Bahnen aus Markt Schwaben problemlos in die bestehende Stammstrecke einfahren. Die bereits heute am Morgen verkehrenden fünf Express-S-Bahnen aus Erding sind der lebende Beweis dafür.  Ausserdem ist es ein Armutszeugnis, dass das Wirtschaftsministerium nicht einmal weiss, dass die fünf Express-S-Bahnzügen aus Erding auch in Riem halten, und nicht von Markt Schwaben bis Leuchtenbergring durchfahren. Zitat aus der Antwort: „Seit Fahrplan 2008 verkehren zusätzlich in der morgendlichen Hauptverkehrszeit 5 Express-S-Bahnen, die ab Markt Schwaben ohne Zwischenhalt bis zum Leuchtenbergring fahren und somit rund 10 Minuten schneller am Ostbahnhof sind.“

Es ist allerdings auch ein Armutszeugnis, dass die Opposition nicht merkt, dass sie belogen wird. Auf meinen Vorschlag, doch beim Wirtschaftsminister nachzuhaken bekam ich vom Professor Gantzer am 28.5.2013 doch tatsächlich die Antwort: „Vielen Dank für Ihr Schreiben. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich vier Monate vor den Wahlen nicht mehr nachhake. …“ Die Ausrede, dass sich der Professor zu fein für den Wahlkampf ist, zählt wohl nicht. Es ist ein Armutszeugnis, dass sich die Opposition nicht für die Pendler der S2 einsetzt. Will denn die SPD gar nicht die Regierung übernehmen? Stattdessen sammelt jetzt Wirtschaftsminister Zeil die Lorbeeren ein, und verspricht längere Züge auf der S2 Ost zu überprüfen (siehe railblog.info, 6. Mai 2013). Allerdings ist das noch längst keine Zusage, sondern nur als Beruhigungspille an die Bürgermeister und Pendler gedacht. Nach den Wahlen ist dann alles vergessen. Was er dabei tunlichst verschweigt: 1992 -also vor 21 Jahren – war am Nachmittag das Platzangebot der S2 besser als heute!  Man hat auf anderen Linien mit weniger Fahrgästen 2005 den 10-Minuten-Takt eingeführt, und den stark ausgelasteten Linien ohne 10-Minuten-Takt die Züge gekürzt!

Hier die Zuglängen 1992 am Morgen und Nachmittag sind aus den zwei Grafiken links ersichtlich. Am Nachmittag gab es zwischen 16:00 und 18:00 vier Langzüge und 2 Vollzüge (16 ET 420), heute sind es am Nachmittag nur noch drei Langzüge. Die Fahrgastzahlen der S-Bahnstrecken zwischen 6 Uhr und 8:30 Uhr auf den Ostästen ist ebenfalls dargestellt. Zwischen Riem und Berg am Laim 5700 Fahrgäste, zwischen Fasangarten und Giesing nur 4550 Fahrgäste. Dennoch hat man bis Deisenhofen den 10-Minuten-Takt eingeführt, aber nach Markt Schwaben nicht und am Nachmittag sogar noch das Platzangebot reduziert. Das Wirtschaftsministerium hat diesem aller wirtschaftlicher Logik widersprechenden Treiben der Deutscher Bahn (bzw. S-Bahn München) zugesehen.

Bild 1: Auslastung und Zuglänge  in den Hauptverkehrszeiten in Lastrichtung
Zuglängen am Morgen und am Nachmittag Riem Berg am Laim

 

Bild 2: Streckenauslastung am Morgen 6-8:30

Verkehrsbelastung am Morgen Querschnitte Ost

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 3: Streckenauslasung am Nachmittag

Streckenauslastung am Nachmittag

 

 

Das ganze Dokument: MVV, Verkehrsaufkommen S-Bahn 1992-1994 ist hier als pdf-Kopie abgelegt: Verkehrsaufkommen S-Bahn 1992-94

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