S20 verkehrt nur noch in den Hauptverkehrszeiten – Staatsregierung ohne Zeitplan für Realisierung der Sendlinger Spange

Bild links: Aus SZ, 21.10.2000.

S20 verkehrt nur noch in den Hauptverkehrszeiten. Linienendpunkt ist statt Deisenhofen neu Höllriegelskreuth. Obwohl die Sendlinger Spange schon seit Jahren fertig sein soll und im 13-Punkte-Sofortprogramm der Staatsregierung enthalten ist, hat die Staatsregierung überhaupt keinen Zeitplan für diese Baumassnahme.

Die 2000 gross proklamierte Einführung der Tantengial-S-Bahn-Linie S20 Pasing-Heimeranplatz-Siemenswerke-Deisenhofen (siehe SZ vom 26.9.1997  und SZ vom 21.10.2000) mit einem Potenzial von 7’000 Fahrgästen und einem möglichen 20-Minuten-Takt soll ab Dezember 2013 sang- und klanglos begraben werden. Dies ist der Meldung von Meridian zu entnehmen: http://www.der-meridian.de/Streckennetz___Fahrplan/Fahrplankonzept/index.html,

Der angekündigte Halt der S20 an der S-Bahn-Station Harras wurde leider nie realisiert. Auch von der Einrichtung eines Bahnhofs Menterschwaige (Verknüpfung zur Tramlinie nach Grünwald) wurde nie mehr etwas gehört. Man unterliess bisher alles, um die S20 attraktiver zu machen. Zwar ist die S20 (Sendlinger Spange) im 13-Punkte-Sofortprogramm S-Bahn München von Mai 2012 enthalten, aber entgegen den Ankündigungen ist nichts geschehen. Im September 2012 erhielt ich vom Bayerischen Wirtschaftsministerium noch die folgende Auskunft: „Als nächster Ausbauschritt sollen die Station Heimeranplatz West um ein zweites Gleis erweitert und von Laim Rbf eine Weichenverbindung zum Stammstreckengleis Richtung Pasing geschaffen werden. Diese Ausbaustufe bedingt Investitionen von rund 10 Mio. €. Vorrangiges Ziel ist, dass Bahn und Eisenbahn-Bundesamt als Genehmigungsbehörde das bereits begonnene Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung der Station Heimeranplatz West zügig abschließen. Unter dieser Voraussetzung könnte Baurecht in 2012/13 vorliegen. Mit dem zu diesem Zeitpunkt möglichen Abschluss des Bau- und Finanzierungsvertrags mit der DB könnte dann die Realisierungsentscheidung verbindlich getroffen werden. Die Umsetzung der Maßnahme ist nach den uns vorliegenden Informationen dann bis 2015 möglich.“ Passiert ist allerdings bis heute nichts, die Planfeststellungsverfahren konnten noch nicht zum Abschluss gebracht werden, obwohl der erste Abschnitt nur aus einem zweiten Gleis am Heimeranplatz und einer Weiche vom Rangierbahnhof Laim zum S-Bahngleis Laim-Pasing besteht und lächerliche 10 Mio. € kostet.

Ausserdem wird die S20 neu nach Höllrigelskreuth und nicht mehr nach Deisenhofen verkehren (die attraktive Verbindung zu Tramlinien 15/25 ist dann ohnehin abgeschrieben!). Zwar ist die Sendlinger Spange noch offiziell auf der Homepage des MVV in der Liste der Ausbaumassnahmen enthalten: http://www.mvv-muenchen.de/de/der-mvv/die-mvv-gmbh/konzeption/s-bahn-planung/index.html. Allerdings macht ja die Haltestelle Menterschwaige für die Sendlinger Spange keinen Sinn mehr und der Einbau einer lächerlichen Weiche um der S20 den Halt am Bahnhof Harras zu ermöglichen wurde erneute auf den Sankt Nimerleinstag verschoben. 2003 gab es im Landtag einen Dringlichkeitsantrag zur Sendlinger Spange: http://www1.bayern.landtag.de/webangebot1/servlet/Vorgangsmappe?wp=14&typ=V&drsnr=11742&intranet=#pagemode=bookmarks
Bahn und Wirtschaftsministerium beweisen hier, wie sie mit dringlichen Anliegen umgehen! Nach 10 Jahren ist noch nicht einmal ein erstes Planfeststellungsverfahren zum Abschluss gebracht worden! Und die Politiker reagieren nicht, sondern machen weiter als wäre ihr Antrag umgesetzt worden!

Interessant dazu ist auch „Die Sendlinger Spange im Spiegel des BA Sendling-Westpark“ von Alfred Nagel, Sprecher der CSU-Fraktion im BA7: http://www.csu-portal.de/dateien/verband/63400000/20121010_sendlinger_spange_chronik.pdf. Man sieht, dass man 2004 damit rechnen konnte, dass bald die Baumaschinen auffahren werden. Ich bin gespannt, ob dass die Stadt München und der Landtag (der Dringlichkeitsantrag der CSU-Fraktion von 2003 wurde einstimmig von CSU, FDP und Grünen angenommen) einfach so hinnehmen werden.

Dir Grünen haben zwar (auf mein Mail hin) einen Landtagsanfrage gestellt, allerdings haben Sie weder einen Zeitplan für die Baumassnahmen noch die umgehende Realisierung des  S20-Haltes am Bahnhof Harras gefordert. Hier die Antwort der Bayerischen Staatsregierung:

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
2. Juli 2013

Anfrage zum Plenum des Herrn Abgeordneten Dr. Martin Runge (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Welche Gründe sind für die Verkürzung der Betriebszeiten der S 20 jeweils auf die Früh- und Spät-HVZ (Montag bis Freitag) und die Verlegung des Laufweges der S 20 von Deisenhofen nach Höllriegelskreuth ab Fahrplanwechsel im Dezember 2013 verantwortlich, inwieweit sind zukünftig überhaupt noch Fahrten zwischen Pasing und Deisenhofen über die Sendlinger Spange möglich, inwieweit werden davon die Planungen für den Bau eines Bahnhofs Menterschwaige (Verknüpfung zur Tramlinie nach Grünwald) beeinflusst?

Antwort des Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
Grund für die Verkürzung der Betriebszeiten der Linie S 20 ist die extrem schlechte Auslastung der Fahrten über die Sendlinge Spange in den Nebenverkehrszeiten. Daher werden ab Fahrplanjahr 2013 die S 20-Fahrten in den Nebenverkehrszeiten ersetzt durch die neue Meridian-Linie ab München Hbf über Donnersberger Brücke, Solln und Deisenhofen. Die Staatsregierung erwartet durch die neue Linienführung ab und bis München Hbf gerade in der Nebenverkehrszeit deutlich mehr Fahrgäste als heute. Da die Strecke über die Großhesseloher Brücke und Deisenhofen künftig durch den Meridian bedient wird, können die in der Hauptverkehrszeit verbleibenden S 20-Fahrten nach Höllriegelskreuth durchgebunden werden. Dadurch wird der Industriestandort Höllriegelskreuth noch besser bedient. Fahrten von Pasing über die Sendlinger Spange nach Deisenhofen erfordern künftig ein Umsteigen von der S 20 auf den Meridian. Dies betrifft aber nur wenige Fahrgäste.

Der Meridian wird zwischen Solln und Deisenhofen etwa genauso häufig verkehren wie derzeit die Linien S 20 und S 27. Insofern sind keine negativen Auswirkungen auf den möglichen Bau eines Haltepunktes im Bereich der Menterschwaige erkennbar. Die Errichtung einer Station Menterschwaige ist für eine künftige Ausbaustufe der Sendlinger Spange vorgesehen. Hierfür sind allerdings noch weitere verkehrliche, betriebliche und infrastrukturelle Planungen erforderlich. Ein belastbarer Realisierungszeitpunkt liegt derzeit nicht vor.

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