Der Schuh drückt auf den Aussenästen mehr als auf der Stammstrecke

Auf den Linien der S1 nach Freising/Flughafen, S2 nach Erding, S4 nach Geltendorf, S6 nach Tutzing ist das Angebot in den Stosszeiten praktisch identisch wie 1977, also vor 35 Jahren. Ich habe mir gerade in der Bibliothek die Publikation „Querschnittzählung im Liniennetz des MVV. Frühjahr 1977“ ausgeliehen. Schon damals war die höchste Streckenauslastung, d.h. das tatsächliche Fahrgastaufkommen in Relation zum Angebot an Sitz- und Stehplätzen (4 Personen pro m2) nicht etwa zwischen zwei Stationen auf der Stammstrecke, sondern auf den S-Bahn-Aussenästen. Das dürfte auch heute nicht anders sein.

Die stärkste Auslastung gab es zwischen 7:00 und 7:30 auf dem Abschnitt Moosach-Laim (101%: 2 Langzüge S1 von Freising) und sogar zwischen 6:30 und 7:30 auf den Abschnitt Leienfelsstrasse-Pasing (98%: 3 Langzüge aus Geltendorf). Dagegen betrug die Auslastung zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof zwischen 7:00 und 7:30 nur 86% und zwischen Rosenheimerplatz und Isartor nur 75%. Auch am Nachmittag waren die höchsten Auslastungen (mit ausschliesslich Langzügen) auf der S4 West und S1 West. 

Dennoch gingen diese beiden Linien bei der Einführung des 10-Minuten-Taktes 2005 leer aus. Auch mit dem Betriebskonzept der Zweiten Stammstrecke bleiben diese Linien vernachlässigt (siehe Link).

Sobald ich neuere Zahlen habe, werden ich diesen Beitrag aufdatieren. Ich habe den MVV um Auskunft gebeten. 

 

Quelle: Titelblatt der MVV Broschüre“Querschnittzählung im Liniennetz des MVV. U-Bahn, S-Bahn, Strassenbahn und Bus. Frühjahr 1977″. Ausgeliehen von der Bibliothek der Hochschule für Technik Rapperswil, Schweiz. 

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