Landtagsantrag: S4 Ausbau für Elektrifizierung München-Lindau unerlässlich

Antrag der Abgeordneten Reinhold Bocklet, Eberhard Rotter, Josef Miller CSU, Karsten Klein, Dietrich Freiherr von Gumppenberg, Julika Sandt, Tobias Thalhammer, Jörg Rohde und Fraktion (FDP)
Bahn-Strecke München – Lindau rechtzeitig auf Elektrifizierung vorbereiten 
Der Landtag wolle beschließen:
Die Staatsregierung wird aufgefordert, die Ausbaumaßnahmen an der S4-Strecke zwischen Pasing und Eichenau im Hinblick auf den Ausbau der Strecke Lindau –  Geltendorf  und die  dadurch bedingte Erhöhung  des Fernverkehrsangebots zügig voranzutreiben. Dadurch sollen die mit der Schweiz vereinbarten Fahrzeitgewinne realisiert werden. 
 
Begründung: 
Bis Ende 2016 wird die Strecke Geltendorf-Lindau elektrifiziert. Der Fernverkehr Zürich – München wird sich dadurch verdoppeln und den Mischverkehr zusätzlich belasten. Schon heute stellen die vier Eurocity-Züge Zürich – München den S4-Fahrplan vor Probleme, denn jeder dieser Züge muss fahrplanmäßig eine S4 überholen, sodass die S4 entgegen dem üblichen Taktfahrplan in Geltendorf (oder Grafrath) vier Minuten 
früher abfahren muss bzw. später ankommt. Schon heute kommt es täglich zu insgesamt 22 fahrplanmäßigen Überholungen von S4-Zügen durch den EC- und Regionalzugverkehr, was entsprechend 22 Abweichungen im S-Bahn-Taktfahrplan verursachen kann. Hinzu kommen die außerplanmäßigen Überholungen, da die Linie ins Allgäu insbesondere im Winter sehr verspätungsanfällig ist. Die vier bis fünf zusätzlichen EC-Züge pro Richtung werden die S4-Strecke völlig zum Überlaufen bringen. Der S-Bahn-Taktfahrplan wäre dann nur noch Makulatur. Nicht nur der S-Bahn-Verkehr wird durch EC- und Regionalverkehr behindert, sondern die Behinderung wirkt auch umgekehrt. Drei von vier EC-Zügen Zürich – München brauchen auf der Strecke Buchloe – München fünf bis sieben Minuten länger, weil sie einem S-Bahnzug hinterherfahren müssen. Fünf Regionalzüge brauchen für die Strecke Geltendorf – Pasing neun bis zehn Minuten länger, weil sie hinter einer S-Bahn herfahren müssen. Mit der Verdoppelung des Fernverkehrs wird sich  die schon heute bestehende gegenseitige Behinderung von S-Bahn, Regionalzügen und EC-Zügen noch verstärken. Aus diesem Grund gehören der Ausbau der S4 und die Elektrifizierung Geltendorf-Lindau zusammen, weshalb der S4-Ausbau rasch in Angriff genommen werden muss. 
Hier der Link zum Antrag.
 
Dieser Antrag deckt sich fast eins zu eins mit meinem Schreiben an die Lokalpolitiker entlang der S4 West und der Bahnstrecke Lindau-München vom 24.3.2012. Die SZ berichtete darüber am 12.4.2012. Das Einzige war fälschlicherweise nicht übernommen wurde, ist, dass die 22 fahrplanmässigen Überholungen auch zu 22 Abweichungen zum Taktfahrplan führen (und nicht führen können)!
 
Dieser Antrag verdient die volle Unterstützung durch alle Parteien! Der einzige Wermutstropfen ist, dass keine Termine genannt werden. So rasch wie möglich kann bekanntlich Vieles heissen. Leider lassen die Aussagen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums beim Kreistag Fürstenfeldbruck nur wenig Optimismus aufkommen: Alleine der Planungsprozess für den 4-gleisigen Ausbau Eichenau-Pasing würde mindestens bis Ende 2020 dauern. Danach wäre mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren zu rechnen (siehe Beitrag im Fürstenfeldbrucker Tagblatt und in der SZ vom 18.7.2012) . Damit wäre die Fertigstellung frühestens 2025, also acht Jahre später als der Ausbau der Fernverkehrsstrecke München-Lindau. Deshalb ist es dringend notwendig, dass der Planungsprozess beschleunigt wird.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.

Social Media:
Finde uns auf Twitter

unsere Facebookseite

unsere Youtube-Videosammlung
Achiv: