Neues Bahnangebot München- Ingolstadt- Nürnberg: Schildbürgerstreich nächste Runde?

„Der München-Nürnberg-Express ist im Moment (Stand: Jahresfahrplan 2012) der einzige planmäßig mit 200 km/h verkehrende Regionalzug in Deutschland.“ heißt es in Wikipedia.

 

„Als Fahrzeuge kommen Garnituren aus dem InterCity-Verkehr zum Einsatz. Regionalverkehrsfahrzeuge, die die technischen Nutzungsbedingungen der Strecke erfüllen (insbesondere Druckschutz) standen laut Angaben der Bahn bei Auftragserteilung Ende 2005 nicht zur Verfügung.

 

Als im Jahr 2005 der schnellste Regionalverkehr zwischen München- Ingolstadt und Nürnberg in Betrieb gehen sollte, stellte die Bahn nämlich fest: Mit dem ursprünglichen Wagenmaterial im Nahverkehr, ist die Strecke nicht befahrbar.

 

 

Denn was mit „Druckschutz“ umschrieben wird heißt im Klartext: Nur bei Fernverkehrszügen sind die Fenster und deren Umrahmung für ein Aufeinandertreffen von Zügen in Tunnels mit einer Geschwindigkeit von über 160 km/h ausgelegt.

 

So standen die Bahn und der Freistaat Bayern im Jahr 2005 vor einem Problem: Mit welchen Zügen sollte der neue Express zwischen Oberbayern und Franken ins Rennen gehen?

 

Als Alternative blieb nur: Wagen aus dem Intercity- Bestand der Deutschen Bahn Fernverkehr abzuziehen, in der roten Farbe der Regionalverkehrszüge zu bemalen und damit an den Start zu gehen.

 

In Wikipedia heißt es dazu: „Zwischen September und November 2006 wurden dazu insgesamt 26 Personenwagen, darunter drei Steuerwagen, für den München-Nürnberg-Express im Bahnwerk Neumünster umgerüstet. Die Innenausstattung blieb dabei unverändert und gleicht der des InterCity. So werden verschiedene Sitzlandschaften (Reihensitze, Vis-a-vis-Bereiche) mit verstellbaren Rücklehnen sowie Tischen oder Klapptischen angeboten. Zur Verfügung stehen auch Leselampen, darüber hinaus Steckdosen an einzelnen Plätzen. Toiletten sowie Gepäckablagen mit mehreren Fächern sind am Wagenende zu finden. Ein elektronisches Fahrgastinformationssystem mit Reservierungssystem ist vorhanden, Sitzplätze können jedoch nicht reserviert werden. Alle Wagen sind druckertüchtigt. Dies ist auf dieser Strecke erforderlich, da es in Tunneln zu Begegnungen mit bis zu 300 km/h schnellen Zügen kommt.“

 

Doch die Bahn, die Beamten des Freistaates und die Politiker hatten die Rechnung ohne die Fahrgäste gemacht. Die stürmten regelrecht den neuen Expresszug, um schneller am Arbeitsplatz in München zu sein.

 

Was die Folge hatte, dass bei der letzten Haltestelle, in Petershausen, dem Endhalt der S- Bahn, der Zug völlig überfüllt war.

 

Was machten die Verantwortlichen damals?

 

Um nicht noch mehr Wagenmaterial aus dem Fernverkehr für den München- Nürnberg- Express opfern zu müssen, wurde der Halt in Petershausen einfach gestrichen!

 

In einer Mitteilung von fahrgaeste.de vom 08.03.2007 heißt es:

„In einem Schreiben vom 6. März teilte die Bahn Petershausens Bürgermeisterin Elisabeth Kraus mit, dass sie Petershausen mit Wirkung zum 12. März als Haltestelle für den Expresszug, der um 17.05 Uhr vom Münchner Hauptbahnhof Richtung Nürnberg fährt, streicht. Als Begründung führte die Bahn das Argument an, dass der Zug zu gut angenommen werde. Es komme zu „einer starken Überbesetzung“, weshalb die Fahrgäste aus dem Raum Pfaffenhofen/Ingolstadt und auch unsere Fahrgäste aus Petershausen die Platznot heftig kritisieren würden. Im Interesse aller Fahrgäste sei die Bahn deshalb gezwungen, den Halt Petershausen von Montag bis Freitag auszuschließen, so die Aussage von Wolfgang Servas, technischer Geschäftsleiter der DB Regio Oberbayern. Die Fahrgäste aus Petershausen sollen auf andere Züge oder die S-Bahn ausweichen – auch, wenn dies die Reisezeit verlängere.
 
Bürgermeisterin Kraus ist empört: „Die Nachfrage ist groß, die Verbindung bestens und deswegen wird Petershausen gestrichen. Für diesen Service der Bahn habe ich nicht das geringste Verständnis.“ Auch im Interesse der weit über 1000 Pendler, die den P+R-Parkplatz in Petershausen nutzen, fordert sie daher, die Streichung rückgängig zu machen.“

http://www.fahrgaeste.de/index.php?fontsize=6&show=46

 

Selbst das Bayerische Fernsehen berichtete darüber in der Sendung quer.

Im Internet hieß es

 

Hilfe, Kundschaft!
| Bahn streicht Pendlern die Haltestelle
|
| Ein riesiger Park&Ride-Parkplatz und ein neuer, superschneller 
| Regionalexpress:
| Tausende Pendler nutzen täglich den Bahnhof Petershausen. Besonders 
| beliebt ist der Zug um 17.20 Uhr. Zu beliebt: In München steigen laut 
| Bahn zu viele Kunden mit dem Ziel Petershausen ein, der Express sei 
| daher überbesetzt. Statt mehr Waggons oder einen zusätzlichen Zug 
| einzusetzen, hält der 17-Uhr-Express daher einfach nicht mehr in 
| Petershausen. quer über die seltsame Logik der Bahn und fassungslose 
| Pendler.“
 

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