Freie Wähler fordern: S4 Ausbau in 13-Punkte-Sofortprogramm aufnehmen

Nachdem die Bayerische Staatsregierung keine Finanzierung der 2. Stammstrecke zustande brachte, hat sie Anfang Mai ein 13-Punkte-Sofortprogramm über 870 Mio Euro beschlossen. Der viergleisige Ausbau der S4 Pasing-Eichenau ist allerdings nicht im 13 Punkte-Programm enthalten, sondern figuriert nur unter ferner liefen im Anhang.

Der Sprecher der Freien Wähler im Kreistag Fürstenfeldbruck fordert nun, dass der Kreistag die Staatsregierung dazu auffordert, den S4 Ausbau in das Sofortprogramm aufzunehmen (siehe Link und Bericht im Münchner Merkur vom 24.5.2012).

Ich selbst habe noch die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses aufgefordert, einen Dringlichkeitsantrag im Landtag zu stellen. Mal sehen, welche Partei diesen Vorschlag aufnimmt? Hier der Wortlaut: 

Dringlichkeitsantrag S4 Ausbau in 13-Punkte-Sofortprogramm aufnehmen

Die S4 nach Geltendorf ist neben der S1 nach Freising/Flughafen, der S2 nach Erding und der S8 zum Flughafen jene der fünf am stärksten belasteten S-Bahnlinien, welche in den Stosszeiten nicht im 10-Minuten-Takt verkehrt. Obwohl für die Strecke der S4 bereits ein Nutzen-Kosten-Gutachten vorliegt, ist der S4-Ausbau weder im Betriebskonzept zur 2. Stammstrecke (als netzergänzende Massnahame) noch im 13-Punkte-Sofortprogramm der Staatsregierung erwähnt. Ausserdem wird mit der Fertigstellung der Elektrifizierung Lindau-Geltendorf und der Einführung schnellerer und häufigerer Verbindungen München-Lindau-Zürich ab 2017 die gegenseitige Behinderung von S-Bahn-, Regionalzug- und Fernverkehr noch weiter zunehmen. Wir fordern daher die Staatsregierung auf, den viergleisigen Ausbau der Strecke Pasing-Eichenau in das 13-Punkte-Sofortprogramm aufzunehmen.

Die Strecke der S4 nach Geltendorf hat unter den zwölf S-Bahn-Aussenästen die fünfhöchsten Fahrgastzahlen ab Stadtgrenze München. 

Grafik 1: Verkehrsaufkommen ab Stadtgrenze München



Quelle: MVV, Mobilität im Landkreis München, Fürstenfeldbruck, Dachau, Starnberg, Dezember 2010. Blaue Balken: Linien mit 10-Minuten-Takt, Rote Balken: Linien mit 20-Minuten-Takt

Trotzdem ist die S4 West bei der Einführung des 10-Minuten-Takts in den Hauptverkehrszeiten 2005 leer ausgegangen, da die dazu notwendigen eigenen S-Bahn-Gleise zwischen Pasing und Buchenau fehlten. Und dies, obwohl das Land Bayern bereits 1991 – also vor mehr als 20 Jahren – die Bahn beauftragt hat, den Ausbau der Strecke für einen 10-Minuten-Takt bis Buchenau zu planen. Weder ist der Ausbau der S4 als netzergänzende Massnahme zur zweiten Stammstrecke enthalten, noch ist es eines der Ausbauvorhaben im 13 Punkte Programm der Staatsregierung. Das kürzlich vorgestellte Nutzen-Kosten-Gutachten rechnet mit werktäglich fast 10’000 zusätzlichen Fahrgästen. Das sind stolze 27% mehr Fahrgäste als heute! Durch den Bau der 2. Stammstrecke wird dagegen auf dem stärkst belastetem Querschnitt von Laim zum Hauptbahnhof (1. und 2. Stammstrecke zusammen) nur ein Fahrgastzuwachs von 19% prognostiziert. Diese Zahlen zeigen mit aller Deutlichkeit, dass dem Angebotsausbau auf der S4 West absolute Priorität gebührt.

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