Meinung: Bahnausbau anhand Betriebskonzept – statt umgekehrt

im SZ-Interview vom 11.03.2012 weist Prof. Jürgen Siegmann (TU Berlin) klar darauf hin, dass sich ein sinnvoller Bahnausbau nach dem Betriebskonzept richten muss und nicht umgekehrt:

„Siegmann: In der Schweiz beispielsweise gilt das Prinzip: Erst der Fahrplan, dann die dazu notwendige Infrastruktur. Welche Züge brauchen wir, was müssen wir dafür tun, um den Wunschfahrplan zu realisieren? Es gibt ein konkretes Problem und dann wird geprüft, welche finanziellen und materiellen Mittel zur Lösung notwendig sind.“
[Süddeutsche Zeitung (Online-Ausgabe): Der Bahn fehlt ein Konzept für den Netzausbau. München, 11.03.2012]

http://www.sueddeutsche.de/reise/bahnforscher-bemaengelt-deutsche-schieneninfrastruktur-der-bahn-fehlt-ein-konzept-fuer-den-netzausbau-1.1305295

Dagegen galt in Deutschland bisher das Motto „erst bau’n wir mal, dann schau’n wir mal“, bei dem vor allem versucht wird, möglichst vorzeigeträchtige Projekte zu realisieren — anstatt Pakete aus sinnvollen kleinen und großen Maßnahmen, die ein abgestimmtes Zielkonzept ermöglichen.

Diese Erkenntnis ist so fundamental, dass sie allen Planungen im Eisenbahnbereich / Öffentlichen Verkehr zu Grunde liegen sollte!

Vielleicht bestünde die Möglichkeit, angesichts der knappen Investitionsmittel die Prioritätenreihenfolge der politischen Entscheidungen so zu ändern, dass zunächst ein Fahrplan- und Betriebskonzept aufgestellt und darauf aufbauend dann die nötigen Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur (Planungsdreieck) iterativ optimiert werden?

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