Suezkanal, Evergreen & die Südostbayernbahn im nahen Osten

Kairo/Mühldorf/München. Mancher Bahnkunde der Mühldorfer Südostbayernbahn dürfte sich dieser Tage bei den Meldungen über ein Schiff namens „ever given“ im ägyptischen Suezkanal an diverse Bahn-Erlebnisse mit der Südostbayernbahn auf Bayerns am meisten befahrener, immer noch eingleisiger und nicht-elektrifizierter Bahnlinie zwischen Mühldorf und Münchner erinnert haben.
Wenn ein liegengebliebener Zug, aus welchen betriebs- oder technischen Gründen auch immer, den kompletten Fahrplan zur Makulatur machte. Oder als ein Lkw eine Bahn-Brücke über die A99 rammte. Wenn es vorne und hinten nicht mehr weiterging und sich die Züge stauten…
Langjährige Pendler werden sich noch an die Brücken-Bauarbeiten im Bereich Altmühldorf erinnern, im Rahmen des zweigleisigen Ausbaues dieser transeuropäischen Magistrale, genannt ABS 38 in Berlin, zwischen Altmühldorf-Mühldorf und Tüßling.
Damals legte ein Sturm im S-Bahn-Bereich bei Heimstetten die zwei Bahngleise der SOB samt der Erdinger S-Bahn lahm, die komplette, hochmoderne Doppelstock-Flotte der Mühldorfer Eisenbahner war zwischen Ampfing und Markt Schwaben sprichwörtlich eingesperrt, es verkehrten Zubringer-Busse zwischen dem einen Ende der Bahnstrecke, Mühldorf und Ampfing, und dem anderen, zwischen Markt Schwaben und der Münchner Messe, die mit ihrem U-Bahn-Anschluss die letzte Schlagader zum Zentrum der Landeshauptstadt am Leben hielt.

Während die Züge auf der eingleisigen Strecke nur hin und her fahren konnten.
Viele dieser jahrelangen Unzulänglichkeiten erregten die Gemüter, ähnlich wie heute Meldungen der bundesdeutschen Polit-Elite, im Berliner-Boulevard mit „Masken-Raffkes“ tituliert.
Bis im Jahr 2018 die Eröffnung der umstrittenen Isentalautobahn A94 und im darauf folgenden die Corona-Pandemie diese Bahn, nach Spree-Wortwahl, nicht mehr „alternativlos“ machte.
Home-Office hieß nun die Devise, angeordnet aus dem fernen Kanzleramt, das über zig Jahre den Ausbau dieser Bahnlinie für nicht nötig empfand.
Seither finden für viele Ex-Pendler übrige Bürofahrten mit dem Pkw statt, der Rest der Arbeit kann mit dem Breitband-Anschluss erledigt werden und das alles ganz ohne die tägliche Fahrt mit der …
Die Abo-Karten mit dem Bundes-Konzern vom Potsdamer Platz konnten manche längst kündigen.
Bevor die Pandemie die Berliner Republik mit voller Wucht traf, wurde im Stadtrat von Mühldorf ein Jahr zuvor sogar noch diskutiert, die Dauer-Parkplätze im Bahnhofsparkhaus zu begrenzen, da Tageskunden vor allem in den Wintermonaten immer wieder Probleme sahen, einen Stellplatz zu finden. Bevor es mit der Bahn nach München ging.
Seither hat sich für viele Menschen auch die Sicht auf die Bahn verändert. Die ist nun so, wie sie für andere, die nicht täglich mit der Berliner Staatsbahn fahren mussten, schon immer war: Der Mensch nimmt die Geräusche aus der Ferne wahr, sieht sie manchmal von außen, wird vielleicht die eine oder andere Fahrt mit ihr unternehmen, aber die tägliche Abhängigkeit – ist dahin.
Da müssen schon große Schlagzeilen von gestrandeten Schiffen am Suezkanal im Land der Pharaonen oder die Sperrung der Rheintalbahn auf der Güterachse zwischen den durchaus europaweit bedeutenden Häfen im niederländischen Rotterdam und italienischen Genua ins Auge stechen, um Erinnerung wachsen zu lassen:
Ach ja die Südostbayernbahn, die fährt ja auch noch! Trotz Pandemie! Trotz Video-Konferenzen und VPN per DSL!
So erinnern die Buchstaben des Schiffs vom Suezkanal beim Spaziergang nach dem Home-Office samt Schooling den einen oder anderen an die tägliche Zeit mit der Bahn und diese eingleisigen Bahnlinien rund um Mühldorf, Nadelöhre im spotthaft bezeichneten „nahen Osten hinter München“.

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