S-Bahn Ausbau München: Alter Wein in neuen Schläuchen

*Bahnknotenkonzept der Staatsregierung, ergänzt mit Olympiapaket*
1. Ministerrat 23.3.2010: www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzungteil-1/?seite=1617
2. Landtagsbeschluss 14.10.2010: www.reinhold-bocklet.de/pdf/bahnknoten150410.pdf
3. Peter Göttler, Bayerisches Wirtschaftsministerium 6.12.2011: www.region-muenchen.com/aktuell/termine/pa061211/Vortrag_Goettler_PA_111206.pdf
„Folgende vorrangige Projekte des Konzepts sollen bis zum Jahr 2020 umgesetzt oder zumindest begonnen werden:
• 2. Stammstrecke
• Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens München mit den Maßnahmen Ausbau Daglfing – Johanneskirchen, Neufahrner Kurve, Erdinger Ringschluss mit Walpertskirchner Spange,
• ABS 38 München – Mühldorf – Freilassing
• S7-Verlängerung nach Geretsried
• 4-gleisiger Ausbau S 4 Pasing – Eichenau
• Sendlinger Spange“

13-Punkte-Sofortprogramm der Staatsregierung, 9.05.2012: www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-120/?seite=1617
1. Wendegleis Weßling
2. Abzweigung Westkreuz
3. LZB Pasing
4. Bahnsteig Markt Schwaben
5. 140km/h Flughafen
6. Sendlinger Spange
7. S7-Verlängerung
8. Linie A
9. Werk Steinhausen
10. Neufahrner Kurve (1. Baustufe Erdinger Ringschluss)
11. Lückenschluss Erding (2. Baustufe Erdinger Ringschluss)
12. Walpertskirchner Spange (3. Baustufe Erdinger Ringschluss)
13. Barrierefreier Ausbau (2013-2017)
„… Dazu gehören die Zurverfügungstellung ausreichender Züge, technische Verbesserungen, z.B. bei der Signaltechnik und eine bessere Personalausstattung. … Die weiteren Maßnahmen des Bahnknoten Konzepts, wie der *Ausbau der Strecke S 4* und der *Strecke Johanneskirchen-Daglfing*, sollen ebenfalls rasch vorangetrieben werden. Zudem soll die Errichtung eines *Regionalzughalts Poccistraße *mit der Zielsetzung bewertet werden, ob hierdurch das Bahnknoten-Konzept der Bayerischen Staatsregierung ergänzt werden kann …“

4- oder 3-Phasenprogramm zum Ausbau der Münchner S-Bahn, im Dezember 2016 angekündigt (Link des BR funktioniert nicht mehr). 4-Phasenprogramm angekündigt im Münchner Merkur vom 16.2.2017: www.merkur.de/bayern/neues-4-phasen-programm-fuer-nahverkehrsausbau-7409370.html

Erster Entwurf 3-Phasenprogramm aus dem Münchner Merkur vom 25.6.2017: www.merkur.de/bayern/wegen-zweiter-stammstrecke-bahn-verschiebt-viele-bau-projekte-8431918.html
Phase 1 – vor Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke:
· Neufahrner Kurve (2018)
· Erweiterung S-Bahn-Werkstatt Steinhausen (2020)
· zusätzlicher Bahnsteig Markt Schwaben (2020)
· Netz-Ausbau Abzweigstelle Flughafen S1/S8 (2021)
· Sendlinger Spange, Baustufe 1 (2022/24)
· Wendegleis Weßling (2023)
· Bahnsteigquerung Hbf (2024)
· Bahnsteig Gleis 1 Fürstenfeldbruck

Phase 2 – mit Inbetriebnahme:
· Abzweigstelle Westkreuz
· Linienförmige Zugbeeinflussung westlich Pasing
· zweites Gleis Steinebach-Seefeld-Heckendorf
· zweites Gleis St. Koloman
· Bahnsteigertüchtigung Geltendorf-Buchloe für Regional-S-Bahn
· Elektrifizierung Ebersberg-Wasserburg

Phase 3 – nach Inbetriebnahme:
· Regionalzughalt Poccistraße (2028)
· Lückenschluss Flughafen-Erding (2026)
· S7-Verlängerung Geretsried (2027)
· München-Mühldorf-Freilassing (2030)
· Walpertskirchner Spange (2027)
· Ausbau S4 West bis Eichenau (2030)
· Ausbau S8 Daglfing-Johanneskirchen (2030)
· Ausbau S2 West Dachau-Petershausen (keine Angabe mit Jahreszahl)
· Netz-Ausbau München-Freising-Landshut (k. Ang.)
· Elektrifizierung Oberlandnetz und Pfaffenwinkelbahn (k. Ang.)
· Ausbau Nordring (k. Ang.)
· (Aus-)bau U4, U9, U5 (k. Ang.)

Bayerische Staatsregierung, 13.8.2017: www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0018058.pdf
Ohne zu beantworten, ob der Münchner Merkur die Liste korrekt zitiert hat, oder nicht, hat die Bayerische Staatsregierung im August 2017 „Einzelheiten zum neuen Programm und somit der Zukunft des Schienenverkehrs in der Metropolregion München .. nach der Sommerpause .. in Aussicht gestellt“

Staatsregierung, 24.11.2017: Verkehrspakt München: www.bayern.de/verkehrspakt-grossraum-muenchen/
Neben der ÖPNV sind dort auch (oder sogar vor allem) Strassenverkehrsprojekte enthalten. Allerdings sehr schwammig. „Wir haben eine starke Agenda ausgearbeitet.“ Und die ist?

„Verschiedene Arbeitsgruppen werden sich laut Herrmann mit fachlichen und regionalen Verkehrsthemen und -projekten befassen und zügig passgenaue Lösungen erarbeiten.“ Was zügig heisst, wissen wir ja inzwischen. Beispiel S4-Ausbau, 13.5.2014: www.bayern.de/herrmann-beim-ortstermin-an-der-s-4/?seite=1579: „Jetzt geht es für den bayerischen Verkehrsminister darum, die notwendigen Planungen für den dreigleisigen Ausbau der S4 schnellstmöglich voranzubringen. … Ich erwarte von der Deutschen Bahn, dass sie rasch einen Zeitplan für den Streckenausbau vorlegt. …“ Nicht einmal die erste Planungsphase, Grundlagenermittlung wurde gestartet, auf den Zeitplan warten wir mehr als 3 ½ Jahre später immer noch.

Für mich ist das alles ein völlig konzeptloses Vorgehen. Was sind die Kriterien, nach denen die Priorität von S-Bahnprojekten beurteilt wird (Verspätungsanfälligkeit, Fahrgastzahlen, zu hohe Auslastungen in den Spitzenstunden)? Insofern war das Vorgehen das Bundesverkehrsministerium bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplan – bei aller berechtigter Kritik – transparenter und viel rationaler. Bevor die Projekt-Liste aufgestellt wurde, hat man sich auf eine Grundkonzeption (Kurzfassung: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/BVWP/bvwp-2015-grundkonzeption-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile und Langfassung: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/BVWP/bvwp-grundkonzeption-langfassung.pdf?__blob=publicationFile) geeinigt.
„Die Grundkonzeption steckt dafür zunächst die Ziele des neuen BVWP 2015 ab: Wo wollen wir hin? Ausgehend davon werden die Verkehrsnetze des Bundes bezüglich dieser Ziele auf ihren Zustand und mögliche Mängel untersucht: Wo stehen wir? Auf diese Weise kann der dringende Handlungsbedarf bestimmt werden. Ausgehend von diesen Grundlagen wird der Untersuchungsrahmen des BVWP 2015 abgesteckt und eine Priorisierungsstrategie entwickelt, die das Herzstück der neuen Grundkonzeption darstellt: Was müssen wir tun? …

„Vordringlicher Bedarf Plus (VB+): Aufgrund der prognostizierten Überlastungen der Verkehrsnetze ist die Engpassbeseitigung das zentrale Kriterium für die Einstufung in die höchste
Dringlichkeitskategorie.“ Hier wäre bei den S-Bahnprojekten die Auslastung gefragt, welche nicht durch Verlängerung von Zügen beseitigt werden kann. Auch der Verspätungsanfälligkeit wäre zu beachten (zu hohe Streckenauslastung wegen Mischverkehr, eingleisigen Strecken). Die Frage muss jedoch auch lauten, wieviel Fahrgäste von Verspätungen betroffen sind etc. etc.

Aber unter König Seehofer und Superminister Herrmann braucht man kein Konzept ….

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