Innenministerium berichtet über Fahrplankonzept zur 2. Stammstrecke im Landtag

Siehe Merkur, 30.11.2017: „S-Bahn-Netz wird extrem ausgebaut: Die Vor- und Nachteile

Und SZ, 1.12.2017: „Wer von der 2. Stammstrecke profitiert

Siehe auch Bayerischer Landtag, 30.11.2017: „Wirtschaftsausschuss wirft bei 2. S-Bahn-Stammstrecke Blick in das Jahr 2026„:
„Donnerstag, 30. November 2017
– Von Katja Helmö –

2026 soll, so der Stand der Planungen, die 2. Münchner S-Bahn-Stammstrecke in Betrieb gehen. Sie soll das derzeitige „Nadelöhr“ entlang der bestehenden Stammstrecke entschärfen und gleichzeitig nachhaltige Verbesserungen im Streckennetz rund um München ermöglichen. Das Ziel des Fahrplans nach Inbetriebnahme lautet „Öfter-Schneller-Weiter-Zuverlässiger“, wie Dr. Johann Niggl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), und Ministerialrat Carsten Fregin vom Bayerischen Innenministerium den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses erläuterten.

Mit der Umsetzung des Milliarden-Investitionsprojekts werden Kapazitäten und die Zahl der Fahrten erheblich erweitert und die Fahrzeiten verkürzt. Pro Tag sollen dann über 60.000 zusätzliche Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Großraum München transportiert werden können. Dazu ist geplant, dass das S-Bahn-Angebot bei 8 der insgesamt 12 Außenäste ausgebaut wird. Hier sind künftig 15 Minuten-Takte statt wie bisher 20-Minuten-Takte vorgesehen. Auch der Flughafen soll schneller mit der Münchner Innenstadt verbunden werden: Ganztägig sollen künftig pro Stunde und Richtung 8 S-Bahnen zum Airport pendeln (4x S8, 2x Flughafen-Express, 2x S1).

Regional-S-Bahnen nach Augsburg, Buchloe und Landshut
Wie Fregin weiter ausführte, ist die 2. Stammstrecke auch die Voraussetzung dafür, dass künftig Regional-S-Bahnen zwischen der Münchner Innenstadt und Zielen in der Metropolregion verkehren können. Geplant sind ab 2026 Regional-S-Bahnen nach Augsburg, Buchloe und Landshut. Im Zuge eines fortschreitenden Ausbaus soll es dann weitere Regional-S-Bahnlinien geben, etwa auch in Richtung Wasserburg und Rosenheim.

Das vorliegende S-Bahn-Angebotskonzept sei ein Startkonzept, dem weitere Kapazitätserweiterungen und Modernisierungen wie etwa auch der Einsatz einer neuen Generation von Zügen folgen werden, unterstrich Fregin. Die kommende S-Bahn-Fahrzeuggeneration werde unter anderem über hohe Beschleunigungs- und Verzögerungswerte sowie über breite Türen für einen schnellen Fahrgastwechsel verfügen.
Der Vertreter des Innenministeriums räumte gleichzeitig punktuelle Einschränkungen nach der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke ein – etwa Umsteigeerfordernisse zwischen den S-Bahnen der 1. und 2. Stammstrecke oder erhöhter Druck hinsichtlich einer pünktlichen Betriebsabwicklungen aufgrund des dichteren S-Bahn-Takts.

Reduzierung von rund 300 Mio. Pkw-Kilometer pro Jahr
Die systembedingten Einschränkungen griff in der anschließenden Aussprache Markus Ganserer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) auf. Das vorgelegte Konzept zeige, dass mit der 2. Stammstrecke nicht alle Probleme der S-Bahn München zu lösen sein werden. „Ziehen Sie bei der 2. Stammstrecke die Notbremse“, forderte Ganserer. 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) und Thorsten Glauber (FREI WÄHLER) würdigten die Angebotsoffensive, zeigten sich aber skeptisch, was die punktuellen Einschränkungen anbelangt. So sollen, wie Reinhold Bocklet aufzeigte, auf der S2 in Richtung Markt Schwaben ab 2026 nur noch 4 reguläre S-Bahn-Züge pro Stunde verkehren. Bislang waren es 6 pro Stunde. Mehrheitlich werteten die Abgeordneten das geplante Angebot jedoch als „Fortschritt“ und „Durchbruch“ für die Metropolregion München. Durch die Umsetzung ließen sich jährlich 300 Millionen Pkw-Kilometer einsparen, rechnete Ausschussvorsitzender Erwin Huber (CSU) vor.“

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