S4-Ausbau: Begrenzte Planungskapazität der Deutschen Bahn Schuld an Ausleiben von Planungsfortschritten. Nur 3-gleisiger Ausbau wird Pünktlichkeit NICHT verbessern

Die Pressemeldung von MdL Bocklet vom 28.4.2016: reinhold-bocklet.de/index.php/8-pressemitteilungen/261-gruende-fuer-dreigleisigen-ausbau-der-s4-west-bis-eichenau-mdl-reinhold-bocklet-schreibt-an-csu-fraktionsvorsitzenden-dirk-flechsig ist meiner Meinung nach entlarvend.. Zwei Hauptpunkte 1. Ergebnisse der Vorplanung nicht wie ursprünglich gedacht im Sommer 2016, sondern erst 2017. Schuld daran sind die begrenzten Planungskapazitäten der Bahn. Liess denn nicht schon Martin Zeil im März 2012 verlauten, die Vorplanung sei erstellt ( www.bayern.de/zeil-tuer-fuer-den-ausbau-ist-geoeffnet/) . Was bitte schön ist in den vier Jahren passiert. NICHTS. Wie kann es sein, dass der Freistaat der Bahn fast 13 Millionen Euro zur Planung bereitstellt, und keinerlei Meilensteine für den Planungsfortschritt vereinbart. Es gibt nur zwei Erklärungen: Nur der Staat kann so dumm sein, einen Auftrag zu vergeben ohne Termine. Oder: Weder Bahn noch Freistaat haben wirklich ein Interesse den S4-Ausbau voranzubringen. Die ständigen Versprechungen sind nur Theater um die Pendler und das Wahlvolk zu vertrösten. 2. Mit dem 3-gleisigen Ausbau lässt sich eben nicht der gleiche Nutzen, wie mit dem 4-gleisigen erreichen, Bisher sollte mit dem 4-gleisigen Ausbau die Pünktlichkeit erhöht werden: „Mit einem mehrgleisigen Ausbau des Streckenabschnittes Pasing – Eichenau … wird zum Einen die Betriebsqualität auf dem Streckenast deutlich verbessert und zum Anderen kann die zusätzliche Kapazität für Verbesserungen im Verkehrsangebot der S-Bahn genutzt werden“ ( www.mvv-muenchen.de/de/der-mvv/die-mvv-gmbh/konzeption/s-bahn-planung/index.html). Nun heisst es, mit einem 3-gleisigen Ausbau und dem erwarteten Mehrverkehr lässt sich in etwas die aktuelle Pünktlichkeit (die bekanntlich sehr zu wünschen übrig lässt) aufrechterhalten. Hier die Pressemeldung im Wortlaut. „Gründe für dreigleisigen Ausbau der S4-West bis Eichenau – MdL Reinhold Bocklet schreibt an CSU-Fraktionsvorsitzenden Dirk Flechsig Auf den viergleisigen Ausbau der S4-West-Strecke zwischen Pasing und Eichenau wurde vor allem wegen des äußerst knappen Nutzen-Kosten-Verhältnisses zugunsten des dreigleisigen Ausbaus verzichtet. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet als Stimmkreisabgeordneter dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Eichenauer Gemeinderat, Dirk Flechsig, in Beantwortung von dessen Anfrage geschickt hat. Der Grund für diese Entscheidung des Ministeriums sei gewesen, so Bocklet, dass sich im Rahmen des Optimierungsprozesses für den Streckenausbau gezeigt habe, dass für die aktuell zu erwartenden Entwicklungen im Schienenpersonenfern- und –nahverkehr, der S-Bahn sowie dem Güterverkehr ein viergleisiger Streckenausbau nicht zwingend erforderlich sei. Die Angebotsplanung und eine Trassierungsstudie hätten erkennen lassen, dass auch ein Ausbau des Westkopfs des Bahnhofs Pasing mit anschließender dreigleisiger Infrastruktur bis Eichenau die nötigen Kapazitäten schaffe, um die erwarteten Entwicklungen im Schienenverkehr bewältigen zu können. Entsprechende Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchungen (EBWU) seien zu dem Ergebnis gekommen, dass das zu erwartende Pünktlichkeitsniveau trotz der unterstellten erheblich gesteigerten Verkehrsmehrungen auf der Strecke der S4-West im Bereich der aktuellen Werte gehalten werden könne. Die DB Netz AG hat ihrerseits mit Schreiben vom April 2014 bestätigt, dass es möglich sei, das geplante Betriebskonzept unter Berücksichtigung der 2. Stammstrecke sowie bestimmter Infrastrukturverbesserungen im westlichen Bahnhofsbereich Pasing und zwischen Pasing und Eichenau mit einem Pünktlichkeitsniveau durchzuführen, das dem heutigen Stand entspreche. Dazu nennt die DB Netz AG als geeignete Maßnahmen den Bau von Überleitweichen über alle Gleise zwischen Aubing und Puchheim sowie den Bau einer Verbindungsweiche vom S-Bahn-Gleis stadtauswärts in das mittige Gleis vor Pasing. In seinem Schreiben nimmt Bocklet außerdem Bezug auf die Feststellung der DB Netz AG, wonach dieser Infrastrukturausbau unter dem Aspekt einer Nutzen-Kosten-Betrachtung ein gewisses Optimum darstelle. Mit den Ergebnissen der Vorplanung rechnete die DB Netz AG seinerzeit ab dem Sommer 2016. Wie Bocklet ausführt, müsse aber aktuell damit gerechnet werden, dass die Ergebnisse der Vorplanung für den dreigleisigen Ausbau der S4-West erst im Jahr 2017 vorliegen werden. Der Grund dafür sei, dass die Bahn die Planungen zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Puchheim vorgezogen habe, wobei mit den Ergebnissen dieser Vorplanung (nach Aussagen der Verkehrsabteilung des Ministeriums) in der zweiten Jahreshälfte 2016 zu rechnen sei. Diese Entwicklung habe ihre Ursache offensichtlich in den begrenzten Planungskapazitäten der Bahn, kritisiert Bocklet. Ich hoffe doch sehr, dass sich der Fraktionsvorsitzende der CSU im Eichenauer Landtag, Dirk Flechsig, mit der Erklärung von MdL Reinhold Bocklet nicht zufrieden gibt.

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