S-Bahn München: Verschiebung der Ausschreibung blockiert Neubeschaffung von Zügen

Die Verlängerung des Vertrags zwischen Freistaat und Deutscher Bahn zur Betreibung der S-Bahn München von bisher 2017 auf 2020 wird von der Münchner Presse (Merkur, 2.2.2015, „Deutsche Bahn bleibt Betreiber der S-Bahn„; Merkur, 2.2.2015, „Bayern stoppt S-Bahn-Privatisierung„; SZ, 2.2.2015, „DB soll S-Bahn vorerst weiterbetreiben„) zwar gemeldet, aber die negativen Folgen für die Fahrgäste werden nicht erwähnt. Denn solange nicht geklärt ist, ob die Deutsche Bahn die S-Bahn München weiter betreiben wird, wird der Triebwagenmangel, und damit überfüllte Züge (vor allem auf jenen Linien ohne 10-Minuten-Takt) weiterbestehen. Ausserdem wird die Situation fortbestehen, dass immer wieder 10-Minuten-Takt-Verstärker ausfallen.

Das Problem ist und bleibt: Das gängige S-Bahnfahrzeug ET423 ist nicht mehr erhältlich, es wird nicht mehr hergestellt und auch gebrauchte Fahrzeuge sind nicht einfach aufzutreiben. Die alten Triebfahrzeuge ET420, welche auf der Stichlinie S2 Altomünster-Dachau (zu den Stosszeiten mit Umsteigen in Dachau), der S20 und den S4-Verstärkern zwischen Geltendorf/Grafrath/Buchenau und München Hbf oben bzw. Höllriegelskreuth verkehren, können mit den ET423 nicht gekuppelt werden und können in den Hauptverkehrszeiten wegen fehlender Ausrüstung für knappe Zugabstände nicht durch die Stammstrecke verkehren. Seit Jahren schiebt man das Problem des Triebwagenmangels vor sich her. Hätte man die Ausschreibung jetzt gestartet, könnte sich ein neuer Betreiber oder DB Regio darauf vorbereiten, neue Triebfahrzeuge zu bestellen. In der gegenwärtigen Situation wird sich die DB Regio hüten, rund 270 neue Triebfahrzeuge zu bestellen. Die Bahnfahrzeugindustrie ist gut ausgelastet und hat lange Lieferzeiten.

Im Herbst 2011 wurde verkündet, dass München 25 Triebwagen ET423 aus dem Rheinland bekäme (siehe Merkur Online 12 10 2011 „25 zusätzliche S-Bahn-Züge für München„, SZ 12 09 2011 „Züge aus dem Rheinland für S4“ und SZ 12 10 2011 „2014 soll München S-Bahnzüge aus Köln bekommen„). Aus den 25 Zügen ET423 sind jetzt nur 15 Züge ET420 geworden. Viel zu wenig, wenn man in Betracht zieht, dass inzwischen der Linie nach Altomünster eingeweiht wurde, und das Fahrgastaufkommen jedes Jahr steigt. Mit den überfüllten und immer wieder ausfallenden Zügen können sicher keine Pendler aus dem Auto gelockt werden.

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