Streik bei BOB und Meridian ist frech und unverschämt

Nur mit Bestürzung kann die Aktion Münchner Fahrgäste die Ankündigung des Warnstreiks bei BOB und Meridian zur Kenntnis nehmen. Erst gegen 17 Uhr hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Warnstreik, der am Dienstag, 19. Januar 2016 beginnen soll, angekündigt. Der Deutsche Wetterdienst hat von Montag 19 bis Dienstag 10 Uhr eine amtliche Wetterwarnung vor strengem Frost herausgegeben. „Ein so kurzfristig angekündigter Warnstreik ist bei diesen Witterungsbedingungen frech und unverschämt!“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.

„Die Tarifautonomie und die Grundrechte der Beschäftigten sind ein hohes Gut. Sie verlangen aber auch einen verantwortungsvollen Umgang damit.“ Der Fahrgastverband stand bei anderen Arbeitskampfmaßnahmen schon mehrfach in gutem Kontakt beiden Seiten der Tarifparteien. In vielen Gesprächen konnte Verständnis für die Belange der Fahrgäste, die ja mit dem Kauf ihrer Fahrkarte nur einen sehr indirekten Einfluß auf die Entlohnung haben, geweckt werden. Die Streikankündigungen hatten dann auch einen wesentlich längeren Vorlauf.

Nachdem „nur“ noch die Anrechnung von Fahrten zum Dienstort strittig sind, sollte die Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und der Verhandlungsführer der EVG sich an den Verhandlungstisch begeben – und den Warnstreik noch kurzfristig abwenden. Von der Geschäftsführung der BOB erwarten wir, daß Gespräche mit dem Fernverkehrsunternehmen, das Züge zwischen Rosenheim und München führt, aufgenommen werden, um eine fahrgastfreundliche Lösung für die Anerkennung von Fahrscheinen zu finden. „Frierende Schulkinder dürfen nicht Opfer von Tarifauseinandersetzungen werden“, sagt Nagel abschließend.

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