S-Bahn-Sperre nur im Berufsverkehr – Bahn stößt Pendler vor den Kopf

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert, dass die Deutsche Bahn (DB) bei Bauarbeiten die Interessen der Fahrgäste immer weniger beachtet. Neueste Entwicklung sind jetzt Bauarbeiten exklusiv im Berufsverkehr. So plant die Deutsche Bahn, während der Pfingstferien die S1 im Berufsverkehr nicht mehr in die Stammstrecke zu lassen. Die Züge fahren von Moosach ohne Halt zum Hauptbahnhof und enden dort. Betroffen sind insbesondere Pendler, die zwischen den westlichen S-Bahn-Linien und der S1 umsteigen. Ebenso müssen Fahrgäste der S1 erheblich mehr Zeit einplanen, wenn sie Ziele im Bereich der S-Bahnhöfe zwischen Laim und Donnersbergerbrücke haben, oder dort zu Bus und Tram umsteigen. „Für eine Satire wäre dies ein gelungener Beitrag, aber dies ist leider die Realität“ stellt Andreas Barth fest, Münchner Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN. Gerade die S1 trifft es besonders hart. Neben der Baustelle zwischen Moosach und Laim und zusätzlichen nächtlichen Zugausfällen auf der Stammstrecke kommen weitere Sperrungen zwischen Neufahrn und Freising hinzu. Insgesamt gelten nur für die S1 in der Woche nach Pfingsten vier verschiedene Baustellenfahrpläne. „Wer kann da noch die Übersicht behalten, wenn man allein am 26. Mai außer dem Normalfahrplan drei Baustellenfahrpläne beachten muss?“, fragt Andreas Barth. Laut Fahrgastsprecher Barth ist es zwar sinnvoll, Baustellen bevorzugt in die Schulferien zu legen. Eine unkoordinierte Häufung und die Nutzung der Hauptverkehrszeit ist aber falsch. „Letztlich bekommen die Fahrgäste während der Baustellen nur die halbe Leistung, die DB kassiert von ihnen aber weiterhin das ganze Geld“, bewertet er die Vorgänge. Die Baustellenplanung der DB arbeite nach dem Motto „Augen zu und durch“ und habe keinen Blick dafür, was dies für die Kunden der DB bedeutet. Leider ziehe bisher das bayerische Innenministerium als Besteller der S-Bahn keine Konsequenzen aus mangelhaften Baustellenfahrplänen. Barth forder daher: „Die Fehlleistungen müssen endlich aufgearbeitet werden; eine bessere Kontrolle der DB ist notwendig.“ Verantwortlich und für Rückfragen der Redaktion: PRO BAHN Regionalverband Oberbayern e.V.

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Social Media:
Finde uns auf Twitter

unsere Facebookseite

unsere Youtube-Videosammlung
Achiv: