UW Land fordert Bahngipfel für den Landkreis Schwandorf

Oberpfalzbahn im Bahnhof Schwandorf

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Schwandorf bringt keine Verbesserung des Personenverkhrs (Bild: Oberpfalzbahn im Bahnhof Schwandorf)

Die Unabhängigen Wähler im Altlandkreis Burglengenfeld und Schwandorf (UW Land) sehen keinen Grund für Jubel, sollte die Bahnstrecke von Hof nach Regensburg elektrifiziert werden. Das Projekt wird von der CSU-geführten Staatsregierung vorangetrieben und von den anderen Landtagsparteien unterstützt. Nach Ansicht der UW Land bleibt der Oberpfalz und damit auch dem Landkreis Schwandorf ausschließlich die Belastung. Positive Effekte für die Region mag die Wählergruppe nicht erkennen. Die Elektrifizierung geht auf eine EU-Verordnung zurück, wonach Korridore für den Warenverkehr zwischen den Ostsee- und Mittelmeerhäfen zu schaffen sind.

„Durch die Elektrifizierung“, so der Vorsitzende Matthias Süß, „fährt kein zusätzlicher Personenzug, wohl aber Güterzüge.“ Durch den Landkreis ziehe sich dann ein Hochgeschwindigkeitskorridor für den Güterverkehr, vergleichbar einer Autobahn ohne Ausfahrt. Da tagsüber die enge Taktung der Personenzüge den Gütertransport fast unmöglich mache, verlagert sich dieser in die Nachtstunden. Teilweise bleibt zwischen dem Hochgeschwindigkeitskorridor und der Wohnbebauung nur 20 Meter Abstand.

Süß schätzt, dass zusätzlich mit 36.000 Güterzügen pro Jahr zu rechnen ist. In der Studie „Schienennetz 2025/2030 – Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland“ des Umweltbundesamtes werden als zusätzlich mögliche Kapazitäten für die Strecke Weiden-Regensburg 320 Güterzüge täglich genannt. Auch die Länge der Züge werde sich von derzeit durchschnittlich 740 auf 1.500 Metern mehr als verdoppeln. Da es sich nicht um eine Neubaustrecke handelt, ist weder der Bund noch die Deutsche Bahn in der Pflicht. Wer für den Lärmschutz zuständig sei, könne bis heute keiner der Befürworter oder der Verantwortlichen sagen. „Von der Wertminderung der Immobilien spricht bisher auch niemand“, so Süß. Es müsse verhindert, dass Kommunen und der einzelne Bürger die Zeche zahlen.

Die UW Land fordert einen „Bahngipfel“ für den Landkreis Schwandorf. Dort sollen alle aktuellen und zukünftigen Probleme mit dem Schienenverkehr besprochen werden. Dazu gehört nach Ansicht der Wählergruppe auch die Reaktivierung von Bahnhaltepunkten in Klardorf und Ponholz sowie die Möglichkeit eines Probebetriebs für den Personenverkehr zwischen Maxhütte-Haidhof und Burglengenfeld oder die Einbeziehung von Schwandorf in das Tarifgebiet des VGN.

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