Elektrifizierung Lindau-München: Rollmaterialentscheid noch immer nicht getroffen – Termin 2020 enthält keine Reserven

SBB-Neigezug1276753096_bt_pr_20100616-twindexx_hrWelcher Zug kommt auf der Strecke Zürich-Lindau-Memmingen-München künftig zum Einsatz. Links: SBB Neigezug, Foto: SBB, oder rechts Doppelstockneigezug Twindexx, Foto: Bombardier

Nachdem der HGV-Standbericht 2011 (HGV=Anschluss der Schweiz ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz) des Schweizerischen Bundesamts für Verkehr als erste die Wahrheit über die massiven Verzögerungen beim Bahnausbau Lindau-München gegeben hat (siehe https://www.railblog.info/?p=6282) ist die Einschätzung der Fortschritte im soeben erschienenen neuesten HGV-Standbericht 2013 immer sehr aufschlussreich. 

Hier die Zusammenfassung: Die Frage, welches Rollmaterial auf der Strecke Zürich-Lindau-München zum Einsatz kommt, ist immer noch nicht entschieden. Zur Debatte stehen SBB-Neigezug oder Doppelstockfernverkehrszug mit Wankkompensation (gute Erklärung: http://www.railblog.info/?p=7873). Gemäss Bundesamt für Verkehr ist der Zeitplan wohl nur einzuhalten, wenn nicht Unvorhergesehenes (Einsprachen) kommt. Hier die massgeblichen Zitate:
„Damit eine zweistündliche EC-Verbindung von Zürich nach München mit der geforderten Reisezeitverkürzung möglich wird, müssen diverse Ausbauten an dieser Strecke vorgenommen werden. Nach bisherigem Konzept soll ein SBB-Neigezug oder der neue doppelstöckige Fernverkehrszug mit Wankkompensationsystem auf der Strecke Zürich-München eingesetzt werden. Die genauen Auswirkungen der definitiven Rollmaterialwahl auf das Angebot und die Infrastruktur werden bis Mitte 2014 durch die SBB geprüft.“ (siehe Seite 17).
„Die Terminprognosen [bei allen Projekten, nicht nur bei der Elektrifizierung Lindau-München] weisen in Abhängigkeit der jeweiligen Projektphase (Studie, Vorprojekt, Auflage- und Bauprojekt) eine unterschiedliche Genauigkeit auf. Die vorliegenden Terminpläne basieren auf Erfahrungswerten der Infrastrukturbetreiberinnen. Sie enthalten keine Reserven für Unvorhergesehenes weder während den Verfahrensschritten (Beschwerden) noch im Bau.“ (S. 25).
„Nach gründlicher Untersuchung der Terminpläne unter Beizug von Experten der SBB hat die DB die Inbetriebnahme der Elektrifizierung und Anpassung an den bogenschnellen Betrieb auf Ende 2020 festgelegt. Dabei wird für die 180 km lange Strecke eine rund zweieinhalb Jahre dauernde Bauphase zugrunde gelegt.“ (S. 25)
Risiken: „Verzögerungen im Ausbau der Elektrifizierung Lindau – Geltendorf verzögern ein neues Angebot eines EC Zürich – München.“ Und: „Für den Betrieb Zürich – München steht kein Rollmaterial mit Neigetechnik oder ähnlichem Verhalten zur Verfügung. Fahrzeiten können nicht eingehalten werden.“ (S.80)

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