Archiv für April 2012

S-Bahn-Stammstrecke: Irrungen, Wirrungen

Zugegeben, es ist ein wirres Geflecht aus Zuständigkeiten, Wahlkampfgetöse und Eifersüchteleien. Das Hickhack um die zweite Stammstrecke ist inzwischen so undurchschaubar wie ein S-Bahn-Schema – die SZ hat Münchens politisches Streckennetz grob skizziert.

S-Bahn-Streit: Ude will Gauweiler als Vermittler

München – Nach dem Muster von “Stuttgart 21“ schlägt der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) im Streit um den Ausbau der Münchner S-Bahn die Einsetzung eines Vermittlers vor – und zwar den CSU-Politiker Peter Gauweiler.

Wiesheu zum S-Bahn-Streit: "Das wäre ein gravierender Fehler"

Der Bund kann durchaus noch etwas beitragen. Schließlich erhält er von der Bahn runde 500 Millionen Euro Dividende – es wäre sinnvoll, das in die Schienen-Infrastruktur zu investieren. Darüber sollten die Verantwortlichen diskutieren. Aber auch eine Vorfinanzierung, wenn sie der Bund akzeptiert, würde Stadt und Freistaat nicht überfordern. Denn es geht nicht um zweimal 350 Millionen Euro, sondern lediglich um die Zinsen des dafür notwendigen Kredits. Die lägen bei etwa zehn Millionen Euro pro Jahr und Partner. Das kann jede Seite finanzieren.

Das politische S- Bahn- Netz: Hohn und Spott in der Süddeutschen

Quelle: Süddeutsche.de

Pro Bahn: Pressemitteilung des bayerischen Wirtschaftsministeriums zum Tieftunnel verfehlt

Der Fahrgastverband PRO BAHN bezeichnet die gestrige Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums zum Tieftunnel als “verfehlt”. So wird in dieser Meldung der S-Bahn-Tunnel als “Plan B” zum Transrapid bezeichnet. In Wirklichkeit dagegen ist eine zweite Stammstrecke seit den 1980er Jahren im Gespräch, im Jahre 2001 legte sich das Wirtschaftsministerium auf einen Tunnel fest, das war sieben Jahre vor dem Ende des Transrapid-Projekts. “Die Gemeinsamkeit zwischen Tieftunnel und Transrapid ist vielmehr, dass jahrelang an einem gescheiterten Projekt festgehalten wurde, und damit dem Verkehrssystem in München geschadet wurde” betont Andreas Barth, Münchner Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN. Ähnlich wie im März 2008 beim Transrapid will auch jetzt das Wirtschaftsministerium das Ende des Projekts noch nicht wahrhaben, obwohl es längst alle wissen. “Nachdem mehrfach versprochen wurde, dass das Projekt bis Ende 2011 unter Dach und Fach ist, bleibt jetzt nix mehr über als das Scheitern einzugestehen.” stellt der PRO BAHN-Sprecher fest. 

Bahn-Chef setzt bei Franken-Sachsen-Express auf Dialog

Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, im kommenden Jahr den Franken-Sachsen-Express aus Kostengründen einzustellen und damit oberfränkische Kommunalpolitiker auf den Plan gerufen. Sie geben zu bedenken, dass in diesem Fall Oberfranken nur noch mit einem alle zwei Stunden verkehrenden Regionalexpress mit Nürnberg verbunden wäre. Die Bundesländer sehen beim Franken-Sachsen-Express die DB in der Pflicht.

S-Bahn: Reanimation und Leichenschmaus

Während Wirtschaftsminister Zeil die zweite Stammstrecke künstlich am Leben hält, haben sie die Grünen bereits beerdigt – und fordern ein 1,5 Milliarden teures Sofort-Programm

Zertrümmerte Zugfenster – Polizei rätselt

Am Sonntag meldete die Transportleitung der Deutschen Bahn der Bundespolizei, dass zwei Wagen des Regionalexpresses von Salzburg nach München an den Außenscheiben stark beschädigt wurden.

SPD des Landkreises Fürstenfeldbruck weiter für zweiten Tunnel

Süddeutsche Fürstenfeldbruck, 22.4.2012
Schrodi: Seehofers Kehrtwende gefährdet den Ausbau der S4
Fürstenfeldbruck – Der Vorstand des SPD-Unterbezirks Fürstenfeldbruck wirft dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer vor, mit der Abkehr von der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München die Zukunftsfähigkeit des Landkreises Fürstenfeldbruck zu gefährden. Kreisvorsitzender Michael Schrodi bezichtigt die Staatsregierung zudem, ein ‚unverantwortliches politisches Ränkespiel auf dem Rücken der Bahnpendler‘ zu betreiben. Er erinnert daran, dass ohne die zweite Stammstrecke der dringend erforderliche Ausbau der S4 zwischen Pasing und Fürstenfeldbruck gefährdet sei. Den Landrat Thomas Karmasin (CSU) fordert die Kreis-SPD auf, gegenüber der Staatsregierung nun endlich darauf zu pochen, dass ein entsprechender Kreistagsbeschluss umgesetzt wird.

S-Bahn-Petition für S4: 'Berücksichtigung' scheitert an der Landtagsmehrheit von CSU und FDP

Süddeutsche Zeitung, Fürstenfeldbruck: 20.04.2012. Die von über 8 000 Bürgern unterschriebene Petition zum Ausbau des Westarms der S4 bleibt ohne Auswirkungen auf die Politik der Staatsregierung.

Aus für Stammstrecke ist blamabel für den Freistaat

„Der Freistaat soll gefälligst seiner Pflicht nachkommen“, sagt Puchheims Rathaus-Chef Herbert Kränzlein (SPD). Er ist der Auffassung: Egal was derzeit diskutiert wird, die zweite Röhre in München wird irgendwann kommen, ja kommen müssen. Unabhängig von dieser Frage fordert er, den viergleisigen Ausbau der Strecke bis Eichenau und die Aufweitung des Engpasses in Pasing weiter voranzutreiben. Kränzlein ist der Meinung: Verbesserungen im Münchner S-Bahn-Netz sind es angesichts eines erwarteten Zuzugs von 250 000 Menschen in der Region wert, dass die für 2030 anvisierte Schuldenfreiheit Bayerns noch ein oder zwei Jahre länger auf sich warten lässt.

"Staatsregierung hat S-Bahn-Ausbau versaubeutelt"

München – Die Grünen sehen die alleinige Schuld für das Scheitern des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels beim Freistaat. “Versaubeutelt haben es alleine die Leute in der Staatsregierung“.

Zeil fordert S-Bahn-Gipfel

München – Nach der jüngsten Eskalation im Krach um den geplanten Ausbau der Münchner S-Bahn fordert Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) einen Gipfel von Bund, Land, Stadt und Bahn.

Fahrgastverband nennt die Petition aus Wolfratshausen aktive Gefährdung der Verkehrssicherheit

In einer Stellungnahme an den Petitionsausschuss im Landtag hat der gemeinnützige Fahrgastverband PRO BAHN sich für den Erhalt des Industriegleises nach Geretsried eingesetzt. Unfallstatistiken belegen, dass Gefahrguttransporte auf der Schiene 40-mal sicherer als auf der Strasse abgewickelt werden. Die Stellungnahme ist im Internet verfügbar.

Ramsauer sieht keine Zukunft für den 2. Tunnel

München – Jetzt ist es amtlich: Der 2. Tunnel für die S-Bahn wird nicht gebaut. Das sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Wochenende. Und sorgt damit für Unmut bei der FDP und in der CSU.

S-Bahn-Stammstrecke: Da ist der Wurm schon lange drin

Er sollte das angebliche Herzstück des S-Bahn-Netzes werden und trotzdem kneifen jetzt
alle. Wenn es um die Finanzierung geht will sich keiner der Profiteure an den fehlenden 350 Mio.
Euro beteiligen. Die Zuständigkeit liegt klar beim Freistaat und Bund, die sich nicht scheuen das
Steuersäckl der Münchner Bürger anzubaggern um den vermeintlichen Vorteil überwiegend für
die Umlandgemeinden zu finanzieren.

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Aus für Stammstrecke: Landkreis Dachau wehrt sich

„Das ist mir selbst ein ganz großes Anliegen“ sagte Landrat Hansjörg Christmann. Denn ohne zweite Stammstrecke „droht unserer Region der Infarkt“. Alle Bemühungen des Landkreises um eine sinnvolle Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs entlang der S-Bahnlinien wie der Ausbau der Linie A und der Buslinien würden durch eine Aufgabe des Stammstreckenprojekts konterkariert. Zudem würden alle anderen Lösungsansätze, die jetzt im Raum stünden, wie der Bahn-Südring, lediglich den Komfort der Münchner erhöhen. Christmann: „Das löst nicht das regionale Problem.“

S-Bahn-Tunnel: Zeil mit dramatischem Appell

“Ich erwarte aber auch vom Bund mehr Kreativität. Der Bundesverkehrsminister muss sich konstruktiv in die Gespräche einbringen“, sagte Zeil. “Mehr oder weniger starke Sprüche bringen keinen weiter. Die Region München ist kein Sonderfall, bundesweit gibt es fünf, sechs Metropolregionen in der gleichen Situation.“

Das Projekt sei für ihn “der Prüfstein, ob die Politik überhaupt noch über den Tag hinaus handlungsfähig ist und ob wir in Deutschland überhaupt noch Großprojekte umsetzen können“, sagte Zeil. “Deshalb wäre es das Beste, wenn wir uns alle noch einmal zusammensetzen und vernünftig sprechen. Auch der Ministerpräsident hat ja ein Gespräch angeboten. Das wäre ein positives Beispiel, dass die Politik noch handlungsfähig ist.“

Trauerspiel um den Münchner S-Bahntunnel

Denn es war schon lange absehbar, dass für das Milliarden-Projekt zu wenig Geld im Etat von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vorhanden ist. Es hörte sich zwar schön an, wenn immer wieder betont wurde, wie vordringlich das bayerische Projekt auch in Berlin eingeschätzt werde.

Aber gleichzeitig klagte der Verkehrsminister auch unüberhörbar, wie chronisch unterfinanziert sein Haushalt sei. Da musste man eigentlich nur eins und eins zusammenzählen.

Trotzdem wurden bis zur gescheiterten Olympia-Bewerbung die Münchner hingehalten und ihnen Hoffnungen gemacht, dass sich schon noch irgendein Topf mit Sondermitteln öffnen lasse, um den notwendigen Ausbau des Nahverkehrssystems auch tatsächlich zu realisieren.

Scheitern des S-Bahn-Tunnels Blamage für Schwarz-Gelb

München (do). Der Vorsitzende der FREIEN WÄHLER, Hubert Aiwanger, springt dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude im Streit um den gescheiterten zweiten Münchner S-Bahn-Tunnel bei: „Das Scheitern der zweiten S-Bahn-Stammstrecke ist vor allem eine Blamage für Schwarz-Gelb, die dieses Projekt im-mer vollmundig ankündigten – und jetzt kein Geld dafür haben.

Dies ist mittlerweile symptomatisch für die Landes- und Bundespolitik: „Große Sprüche, aber Geld nach Kärnten und Griechenland überwiesen.“ Aiwanger rät dazu, „mit einer Vielzahl an kleineren aber bezahlbaren Maßnahmen das Münchner S-Bahn-Netz zu ertüchtigen, anstatt noch länger einem Phantom hinterherzujagen.“

Dachau kämpft für 2. Stammstrecke obwohl S2 und Linie A überhaupt nicht betroffen sind!

SZ 20.04.2012
Debatte im Dachauer Kreistag
Landkreis kämpft für S-Bahn-Ausbau
Kommunalpolitiker im Landkreis Dachau sind sauer auf Ministerpräsident Horst Seehofer: Sie verlangen von ihm, die zweite Stammstrecke nicht aufzugeben. Beim Ausbau des Nahverkehrs dürfe nicht immer nur auf München geschaut werden.

Allerdings zeigt die Debatte wenig Sachverstand: Für die S2 Richtung Petershausen ändert die 2. Stammstrecke rein gar nichts. Damit ist auch die Befürchtung, dass die Altomünster-Linie einen Nachteil erleiden würde, völlig unberechtigt. Den Lokalpolitikern aus Dachau wird das Lesen zur Studie zur 2. Stammstrecke wärmsten empfohlen. Hier ist der Link dazu. Die S2 bis Dachau fährt schon heute im 10 Minuten-Takt und das wird auch im Betriebskonzept 2. Stammstrecke so bleiben. 

Was Bocklet ein glühender Verfechter der 2. Stammstrecke früher gesagt hat

SZ, 22.12.2006. Reinhold Bocklet dementiert vehement, dass der Ausbau der Aussenstrecken wegen Bau der 2. Stammstrecke zurückgestellt wir. Reinhold Bocklet ist ein vehementer Verfechter der 2. Stammstrecke (der eigentliche Treiber im Landtag) und damit mitverantwortlich, dass der Ausbau nach Markt Schwaben und Buchenau aus dem Ausbauprogramm gekippt worden sind.

2006 machte er sich im Landtag noch stark für den S4-Ausbau, welcher auch in Hinblick auf den Fernverkehr München-Zürich wichtig sei. Durch das Hinauskippen der Ausbaustrecke Pasing-Buchenau im März (durchs Kabinett) und April  2010 (durch den Landtag, übrigens auch mit Stimmen der SPD, nicht nur von CSU und FDP) ist jedoch das Ziel mit dem S4 Ausbau rechtzeitig zur Einweihung der Ausbaustrecke München-Lindau fertig zu werden, nicht mehr erreichbar. Herr Bocklet hat auch hier seine früheren Aussagen vergessen.

Im Dezember 2010 findet Herr Bocklet es plötzlich völlig ok, erst nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke mit dem Ausbau zu beginnen.  

 

 

Von Seehofer dürfen wir nicht viel erwarten

Zur Erinnerung. Kalte Dusche von Seehofer für S-Bahnwünsche aus Fürstenfeldbruck im August 2010.

Längere Züge, bessere Takte, mehr Nachtfahrten: Der Brucker Kreistag hat dem Freistaat Ideen zur Verbesserung des S-Bahn-Angebots unterbreitet. Was sagt Horst Seehofer dazu? Die Agenda des Brucker Kreistags zur Verbesserung des S-Bahn-Angebots fand bei Bayerns Ministerpräsident kein Gehör. Kurz und knapp gesagt: Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

 

Erneute Verzögerung der Elektrifizierung München-Lindau

Offensichtlich sagt uns nur das Schweizer Verkehrsministerium die Wahrheit über die Verzögerung beim Ausbau der Strecke München-Memmingen-Lindau. Während uns die Deutsche Bahn immer noch glauben machen will, dass die Bauarbeiten bei Ende 2016 fertig sein werden, rechnen die Schweizer mit einer Verzögerung bis mindestens Juni 2017. 

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2. Stammstrecke an Fahrgastzahlen vorbei. Jetzt Hausaufgaben nachholen

MVV-Chef Alexander Freitag stellt in der SZ vom 20.4.2012  (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/zweite-stammstrecke-in-muenchen-einen-plan-b-gibt-es-nicht-1.1337107) zu Recht klar, dass ohne weitere Infrastrukturausbauten bei der S-Bahn diese den Fahrgastzahlen nicht mehr gewachsen ist. Freitag unterschlägt jedoch, dass das mit der Zweiten Stammstrecke vorgesehene Betriebskonzept die Probleme der am stärksten belasteten S-Bahn-Strecken gar nicht gemildert hätte. Lesen Sie weiter.

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