Ausbau S4

Noch zu untersuchende Massnahmen Bahnausbau München

Unbeachtet von Öffentlichkeit und Presse wurde an der Sitzung des Wirtschaftsauschusses vom 15.3.2018 neben den bereits im Internet veröffentlichten Programm Bahnausbau München noch eine Reihe von noch zu untersuchenden Massnahmen zum Bahnausbau München vorgestellt. Einen Zeitplan dafür gibt es noch nicht.

Unter anderen werden dabei erwähnt:
München Pasing – Odelzhausen – Dasing
S4 Halt im Emmering
S3 Abzweiger Gerlinden Fürstenfeldbruck Fliegerhorst
Bahnsteig Gleis 4 Fürstenfeldbruck, zweiter Fussgängertunnel
Elektrifizierung Kaufering-Landsberg
S-Bahnhalt Weichselbaum S8
Einbindung Regional-S-Bahnen nach Kochel und Weilheim(?)
2-gleisiger Ausbau bis Wolfratshausen
Elektrifizierung Oberlandnetz für Regional-S-Bahnen
Einbindung Regional-S-Bahn aus dem Mangfalltal
Bahnsteigverlängerung, Streckenausbau S7 Ost
2-gleisiger Ausbau Grafing-Ebersberg
Neubaustrecke Riem-Messe-Aschheim-Kirchheim-Pliening
Ausbau Südring
Regional-S-Bahn nach Rosenheim(?)
Regional-S-Bahn nach Dorfen oder Mühldorf
Ausbau München-Freising-Landshut (es wird nicht konkretisiert, ob darin der 3- oder 3-gleisige Ausbau Moosach-Freising enthalten ist)
Einbindung Regional-S-Bahn von Ingolstadt (?)
Streckenausbau, Bahnsteigverlängerungen nach Altomünster
Ein 3- oder 4-gleisiger Ausbau Berg am Laim Markt Schwaben ist nicht explizit erwähnt. Er wird einfach dem ABS 38 München-Mühldorf zugeordnet (ABS 38 München Ost- Markt Schwaben) . Allerdings ist im gegenwärtigen BVWP 2030-Projekt ABS38 der Abschnitt Berg am Laim – Markt Schwaben nicht enthalten.

Angeblich wird die Planung (wahrscheinlich erst einmal Machbarkeitsstudie) für diese Projekt an ein Planungsbüro ausgeschrieben. Siehe Antwort der Staatsregierung vom 13.6.2018 auf eine Landtagsanfrage der SPD: www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0021965.pdf

Wir sollten also genau beobachten wie diese Projekte europaweit ausgeschrieben werden. Hoffentlich gibt es wegen den Wechsel von Herrmann zu Aigner keine Verzögerungen.

GVFG-Bundesprogramm 2017-2021 wird wie ein Staatsgeheimnis behandelt: In München sind nur Erdinger Ringschluss und 2. Stammstrecke endgültig aufgenommen

Dieses Dokument hat 72 Seiten. Gleich auf dem auf dem Deckblatt heisst es: „Verwaltungsinternes Programm zwischen Bund und Ländern – Dieses Programm entfaltet keine Außenwirkung oder einen Rechtsanspruch Dritter und ist nicht zur Veröffentlichung vorgesehen“.
Warum so viel Geheimniskrämerei? Haben Bund und Länder etwas zu verstecken, was Bürger und Presse nicht wissen dürfen? Immerhin hat jeder Abgeordnete das Recht, diese Liste zu verlangen. Siehe Antwort der Bundesregierung vom 14.6.2018 auf eine Bundestagsanfrage der Grünen: dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/027/1902797.pdf: „Das GVFG-Bundesprogramm wird den Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf Anfrage zur Verfügung gestellt.“
Leider wird dem Öffentlichkeitsprinzip in Deutschland nicht wirklich Genüge getan: „Das Öffentlichkeitsprinzip bezeichnet die Grundentscheidung eines Gemeinwesens, die Dokumente seiner Verwaltung grundsätzlich allen Personen offenzulegen …, als auch den Zugang zu Sitzungen der Öffentlichkeit, d.h. jedem, zu gewähren.“ (siehe de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlichkeitsprinzip). Leider wird im deutschen Informationsfreiheitsgesetz das Öffentlichkeitsprinzip zu laufenden Planungen ausgeschlossen. Siehe: www.gesetze-im-internet.de/ifg/IFG.pdf. Dort heisst es im Paragraf 3: „Der Anspruch auf Informationszugang besteht nicht, … wenn und solange … die Beratungen von Behörden beeinträchtigt werden“ und im Paragraf 4: „Der Antrag auf Informationszugang soll abgelehnt werden für Entwürfe zu Entscheidungen sowie Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung, soweit und solange durch die vorzeitige Bekanntgabe der Informationen der Erfolg der Entscheidung oder bevorstehender behördlicher Maßnahmen vereitelt würde.“
Ich erlaube mir jetzt trotzdem, die Münchner GVFG-Projekte (U-, Tram- und S-Bahnprojekte hier summarisch wiederzugeben. Siehe beiliegende Datei: Münchner GVFG-Projekte 2017-2021

Zugverbindungen Geltendorf-München: Staatsregierung hat Grünen einen Bären aufgebunden

In der Antwort der Staatsregierung auf die Landtagsanfrage der Grünen „Zielfahrplan für den Schienenpersonennahverkehr in Bayern“ www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0018983.pdf nimmt die Staatsregierung auf Frage 3 wie folgt Stellung:
„3. Inwieweit plant die Staatsregierung die Streichung von Zughalten von Regionalzügen in Kaufering und Geltendorf?
Eine ersatzlose Streichung von Regionalzughalten in Kaufering und Geltendorf ist nicht vorgesehen. Es ist vielmehr beabsichtigt, nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke einige Regionalzüge bzw. Regionalzughalte durch eine neue,ganztägig im 30-Minuten-Takt verkehrende Regional-S-Bahn zu ersetzen, die nicht nur in Kaufering und Geltendorf, sondern auch in Fürstenfeldbruck hält und eine umsteigefreie Direktverbindung in die Münchner Innenstadt ermöglicht.“

Richtig ist jedoch, dass die Bayerische Staatsregierung in der Tat plant, sämtliche Regionalzughalte in Geltendorf zu streichen und durch die Express-S-Bahn nach Buchloe zu ersetzen. Dies ist aus der Netzgrafik ersichtlich, welche die Bayerische Eisenbahngesellschaft im Rahmen der Ausschreibung der Augsburger Netze veröffentlicht hat. Diese habe ich unter den folgenden Link abgespeichert: www.railblog.info/wp-content/uploads/2017/12/Fahrplan-M%C3%BCnchen-Buchloe-Betriebsstufe-3-mit-2ter-Stammstrecke-2017-10-23.pdf
Damit verschlechtert sich das Angebot für Geltendorf in den Stosszeiten: Am Morgen werden statt bisher drei S-Bahnen (S4) und drei Regionalzügen , also insgesamt 6 Verbindungen nur noch 4 Verbindungen pro Stunde angeboten (2 S4 und 2 Express S24x).
In Kaufering bleibt das Angebot gleich. Heute 3 Verbindungen mit Regionalzügen, künftig 2 Verbindungen mit Express-S-Bahn und eine Verbindung mit Regionalzug pro Stunde. Kaufering dagegen profitiert sogar, da das Angebot künftig ganztägig und nicht nur während der Stosszeiten gefahren wird.

DB veröffentlicht Flyer Ausbau S4 West Pasing-Buchenau

cms.bahnausbau-muenchen.de/files/downloads/Bahnausbau%20Muenchen/Bahn_Flyer%20S4%20Pasing-Buchenau_14_6.pdf
Für mich interessant:
Konkretisierung des Überwerfungsbauwerk westlich von Pasing: „Anpassung des Einfahrbereiches in den Knoten München-Pasing durch zusätzliche Gleise und drei neue Brücken“
Ausserdem soll es wohl eine vorzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung (d.h. vor den offiziellen Planfeststellungsverfahren) geben: „Bürger und Kommunen können schon im Verlauf der Planungen ihre Anliegen einbringen

Pendler-Frust nach Weichenpannen | Fürstenfeldbruck

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/pendler-frust-nach-weichenpannen-9817213.html

Vorm großen S-Bahn-Gipfel: SPD-Stadtrat fordert „Marshall-Plan“ | Bayern: Fragen zum S4-Ausbau

Merkur, 5.4.2018: www.merkur.de/bayern/vorm-grossen-s-bahn-gipfel-spd-stadtrat-fordert-marshall-plan-9755691.html
> Es gäbe viele Fragen zum S4-Ausbau: > 1. Ist der Planungsauftrag aus der Ausschreibung nun vergeben? > 2. Falls ja, betrifft er nur die Grundlagenermittlung und Vorplanung, oder wurden auch noch die Entwurfs- & Genehmigungsplanung vergeben? > 3. Lokalpolitiker und Pendler wurden seit 2012 damit vertröstet, dass die Planung des S4-Ausbaus parallel mit jener der 2. Stammstrecke vorangetrieben werde. Trotzdem startet man nun mit der allerersten Planungsphase, der Grundlagenermittlung. Wie haben Bahn und Freistaat in den letzten sechs Jahren die Planungen vorangetrieben? > 4. Wie viele Mannjahre bzw. Euros wurden bisher in die Planung investiert? > 5. Wie ist der Planungsstand bezüglich des Bahnsteigs Gleis 1 in Fürstenfeldbruck? Welche Bahnsteighöhe ist geplant: 55, 76 oder 95 cm? Bis wann kann der Bahnsteig fertiggestellt werden? > 6. Können nach der Fertigstellung der Elektrifizierung Lindau-Geltendorf im Dezember 2020 wieder Regionalzüge in Fürstenfeldbruck halten? Falls ja an welchem Gleis? Falls nein, warum nicht? > 7. Wann startet die BEG die Ausschreibung des Vorortverkehrs München-Buchloe? Welche Fahrzeuge sind dort vorgesehen? Ist dies mit der Planung der Bahnsteighöhe von Gleis 1 in FFB abgestimmt? > 8. Einzelne Züge in der Fahrplanlage des Vorortverkehrs München-Buchloe sollen nach Füssen durchgebunden werden. Diese Züge werden nicht elektrisch, sondern mit Diesel betrieben. Fällt bei diesen der Halt in FFB weg? > 9. Der Vorortverkehr München-Buchloe wird im Dezember 2026 mit Eröffnung der 2. Stammstrecke in der Express-S-Bahn S24X übergehen. Die S24X benötigt Fahrzeuge, die auf eine Bahnsteighöhe von 95 cm ausgerichtet sind. Dennoch werden gemäss DB Netze zwischen Geltendorf und Buchloe die Bahnsteige auf 76 cm erhöht, und erlauben dort nicht wirklich einen barrierefreien Zugang. Ist das nicht ein Schildbürgerstreich?

Zukunft der S 4 – Warten auf das Déjá-vu – Fürstenfeldbruck – Süddeutsche.de

SZ, 5.4.18: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/zukunft-der-s-warten-auf-das-dej-vu-1.3932763

Landtagsanfrage Untersuchungen und Planungen zum S4-Ausbau – Dr. Martin Runge

Auf die Beantwortung dieser Fragen vom 6.2.2018 sind wir sehr gespannt: martinrunge.de/untersuchungen-und-planungen-zum-ausbau-der-s-4-west/

Bahnsteig Gleis 1 in Fürstenfeldbruck soll ausgebaut werden

Obwohl nicht aufgeführt unter den Projekten Bahnausbau. München Merkur, 31.1.2018: www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/ausbau-s-bahn-linie-4-deutsche-bahn-beauftragt-planer-9573403.html

Regional S-Bahn nach Buchloe. Bahnsteighöhe zwischen Geltendorf und Buchloe 76 cm statt 96 cm

Nicht wirklich barrierefrei, oder? www.bahnausbau-muenchen.de/projekt.html?PID=73

S4 Ausbau Pasing–Buchenau: Planungsstand, Terminplan, Finanzierung

Bahnausbau Pasing-Buchenau inzwischen mit eigener Internetseite cms.bahnausbau-muenchen.de/projekt.html?PID=35
Im Rahmen von 50 Bahnprojekten im Grossraum München: www.bahnausbau-muenchen.de/home.html
Hier noch die Pressemeldung dazu
www.deutschebahn.com/presse/muenchen/de/aktuell/presseinformationen/16813054/01_26_Neue_Internetseite.html?start=0&itemsPerPage=50

Aktueller Stand

  • Verständigung auf überarbeiteten Planungsumfang und Abschluss eines Planungsvertrages mit dem Freistaat Bayern im Dezember 2016
  • Aktuell wird die Vorplanung erstellt (HOAI-Leistungsphasen 1+2).
  • Terminplan

  • Abschluss der Vorplanung erfolgt in 2019
  • Einreichung Planfeststellungsverfahren im Dezember 2020
  • Vorlage des Baurechtes und Abschluss des Realisierungs- und Finanzierungsvertrages für 2024 geplant
  • Anschließend folgt die Bauausführung
  • Gute Übersicht der Planungsstände, Finanzierung und Terminpläne Bahnausbau München

    www.bahnausbau-muenchen.de/Massnahmen.html

    Wegen zweiter Stammstrecke – Ausbau der S 4 liegt in weiter Ferne – Fürstenfeldbruck – Süddeutsche.de

    SZ, 14.1.18: Wegen zweiter Stammstrecke – Ausbau der S 4 liegt in weiter Ferne – Fürstenfeldbruck – Süddeutsche.de

    www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/wegen-zweiter-stammstrecke-ausbau-der-s-liegt-in-weiter-ferne-1.3824939

    S4-Ausbau: Regierungspartei CSU gibt offiziell zu, dass andere S-Bahnprojekte durch 2. Stammstrecke verzögert werden

    Hier die Protokolle des Ablehnungsbeschlusses von Wirtschaftsausschuss und Finanzausschuss zum SPD-Antrag, den Ausbau der S4 voranzutreiben.
    Protokoll des Wirtschaftsausschusses vom 26.10.2017: Auszug Protokoll Wirtschaftsausschuss S4 vorantreiben 26 10 2017
    Ich zitiere MdL Otmar Bernhard (München-West, sein Stimmkreis ist mit den Stationen Aubing und Leienfelsstrasse betroffen):
    „Der Freistaat finanziere die zweite Stammstrecke mit einem riesigen Geldbetrag vor. Ob dieser Betrag jemals zurückbezahlt werde, sei ungewiss. … für einen früheren Ausbau des Westasts der S4 bestehe finanziell kein Spielraum.“

    Und hier das Protokoll des Finanzausschusses vom 28.11.2017: Auszug Protokoll Finanzausschuss S4 Vorantreiben 28 11 2017

    Reinhold Bocklets positive Bilanz zum S-Bahnausbau: Eigenlob stinkt zum Himmel

    Zu SZ, 28.12.2017, «CSU will Freien Wählern Wahlkampfthema nehmen» und 21.12.2017; «S-Bahnausbau lässt noch länger auf sich warten».

    Reinhold Bocklet, seit 2003 Stimmkreisabgeordneter für Fürstenfeldbruck-Ost, tritt zur nächsten Landtagswahl nicht mehr an. Dies nahm er zum Anlass eine positive Bilanz in Bezug zum Bahnausbau zu ziehen. Die 2. Stammstrecke ermögliche eine Angebotsoffensive im gesamten S-Bahnnetz. Das mag zwar richtig sein, eine positive Bilanz zum S-Bahnausbau während seiner Amtszeit kann man jedoch daraus sicher nicht ziehen.

    Was der CSU-Mann unterschlägt. Die 2. Stammstrecke kommt mit mindestens 16 Jahren Verspätung. 2004 hat der damalige bayerische Verkehrsminister, Dr. Otto Wiesheu die Fertigstellung der 2. Stammstrecke bis 2010 in Aussicht gestellt. In Bezug auf den Ausbau der S4 West in seinem Stimmkreis ist die Bilanz noch zweifelhafter. Die Fertigstellung des S4-Ausbaus wurde von Wiesheu für 2009 in Aussicht gestellt. Gemäss dem Innenministerium (siehe «S-Bahnausbau lässt noch länger auf sich warten») wird das Planfeststellungsverfahren erst Ende 2020 beginnen, Fertigstellung ist daher wohl frühestens Ende der 2020er Jahre, also gegen 20 Jahre Verspätung. Damit ist genau das Szenario eingetreten, welches das bayerische Wirtschaftsministerium 2006 vorhergesagt hatte: «Die Außenstrecken würden zuletzt verbessert» und welches Bocklet vehement dementiert hatte (siehe SZ, 22.12.2006, «S-Bahn-Pendler müssen sich gedulden»).

    Nur auf den ersten Blick lobenswert sind seine beiden Landtagsanträge von 2006 und 2012, den S4-Ausbau gleichzeitig mit der Elektrifizierung Lindau-München fertigzustellen. Sie wurden zwar einstimmig angenommen, aber sie blieben bekanntlich wegen Untätigkeit der Staatsregierung folgenlos. Umso unverständlicher ist es, dass Bocklet die Verschiebung des S4-Ausbaus durch Joachim Herrmanns Vorgänger, Martin Zeil, 2010 verteidigte, anstatt sich für die Pendler seines Stimmkreises einzusetzen. Das ursprüngliche Ziel, den S4-Ausbau vor oder zumindest gleichzeitig mit der 2. Stammstrecke fertigzustellen, wurden damit bekanntlich verunmöglicht.

    Was das jüngste Versprechen des Innenministeriums wert ist, dass in der Spitzenstunde am Morgen der geplante Fahrplan nach Eröffnung der Stammstrecke angepasst wird, damit nicht weniger Regional- und S-Bahn-Züge als heute aus Richtung Buchloe und Geltendorf nach München verkehren, muss sich erst erweisen. Erinnert sei daran, dass die Bayerische Staatsregierung, 2005 bei Einführung des 10-Minuten-Taktes auf verschiedenen anderen S-Bahnlinien der S4, ohne mit der Schulter zu zucken, eine morgendliche Verbindung gestrichen hat, obwohl die S4-West die am stärksten überfüllten Züge aufwies.

    Dass ein 3- statt 4-gleisiger Ausbau der Bahnstrecke Pasing-Eichenau ausreiche, stimmt nur bedingt. Bisher (beim 4-gleisigen Ausbau) hiess es: «Damit wird zum Einen die Betriebsqualität auf dem Streckenast deutlich verbessert und zum Anderen kann die zusätzliche Kapazität für Verbesserungen im Verkehrsangebot der S-Bahn genutzt werden.» Beim 3-gleisigen Ausbau ist nur mehr davon die Rede, dass es «… trotz der unterstellten erheblichen Verkehrsmehrungen auf dieser Strecke zu keiner weiteren negativen Beeinflussung der Pünktlichkeitswerte» kommen würde. Im Klartext: Nach dem S4-Ausbau fahren zwar mehr Züge, aber die Verspätungshäufigkeit vermindert sich nicht, wie ursprünglich geplant war.

    Auch was die Zukunft anbelangt, besteht kein Anlass für Optimismus. Auf die von Joachim Herrmann für Juni 2017 angekündigte Liste von Münchner S-Bahnprojekten mit Fertigstellungsterminen warten wir noch immer. Und was aus dem im Mai 2014 versprochenen schnellstmöglichen S4-Ausbau und dem detaillierten Zeitplan dazu geworden ist, sehen wir derzeit plastisch.

    S4-Fahrplan nach Elektrifizierung & nach Eröffnung der 2.Stammstrecke

    Ab Ende 2020: – Ein Regionalzuhalt in Bruck pro Stunde & Richtung.
    – Durchgehender 20-Minuten-Takt bis Grafrath statt Buchenau?
    Ab 2026: 15-Minuten-Takt bis Grafrath doch nur in den Stosszeiten statt ganztägig?
    Gemäß einer Netzgrafik, welche in der Ausschreibung Augsburger Netze enthalten ist, ist mit der Elektrifizierung München-Lindau (Dezember 2020) geplant, daß die stündlichen Regionalzüge Buchloe-München (Vorortverkehr München-Buchloe) neu in Fürstenfeldbruck halten werden. Allerdings wird dieser Halt entfallen, wenn statt des elektrischen Zuges ein paar Einzelzüge pro Tag München-Buchloe-Füssen gefahren werden. Wenn die Netzgrafik nicht falsch ist, wird es mit der Elektrifizierung einen ganztägigen 20-Minuten-Takt der S4 bis Grafrath geben (statt bisher nur bis Buchenau). Hier die Netzgrafik Betriebsstufe 2 : www.railblog.info/wp-content/uploads/2017/12/Fahrplan-M%C3%BCnchen-Buchloe-Betriebsstufe-2-Elektrifizierung-2017-10-23.pdf
    Gleichzeitig gibt es jedoch auch eine Enttäuschung: Gemäss Zieltaktfahrplan Bayern 2030 des BMVI ( www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/BVWP/zieilfahrplan-2030-bayern.pdf?__blob=publicationFile ) wäre mit Eröffnung der 2. Stammstrecke ein ganztägiger 15-Minuten-Takt bis Grafrath vorgesehen gewesen. Gemäss Netzgrafik Betriebsstufe 3 (nach Eröffnung der 2. Stammstrecke: www.railblog.info/wp-content/uploads/2017/12/Fahrplan-M%C3%BCnchen-Buchloe-Betriebsstufe-3-mit-2ter-Stammstrecke-2017-10-23.pdf) gilt der 15-Minuten-Takt nur bis Buchenau, nur in den Hauptverkehrszeiten bis Grafrath.
    Ich hab heute ein Mail an das STMI losgeschickt, um Klarheit zu erhalten.

    Fürstenfeldbruck Bahnausbau lässt noch länger auf sich warten – Fürstenfeldbruck – Süddeutsche.de

    SZ, 21.12.2017: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-s-bahnausbau-laesst-noch-laenger-auf-sich-warten-1.3801280

    Ankündigungsminister Joachim Herrmann mit der Publikation des umfassenden Programms Bahnausbau Region München in Verzug

    Verspätungen sind wir uns ja bei der Münchner S-Bahn gewöhnt. Auch bei der Publikation des „umfassenden Programms Bahnausbau Region München“ ist die Staatsregierung in Verzug. Im Dezember 2016 hatte Staatsminister Joachim Herrmann eine Liste von Münchner S-Bahnprojekten bis Juni 2017 angekündigt, bei der jedes Projekt mit einem Fertigstellungszeitpunkt versehen ist (siehe Bayerischer Rundfunk, 21.12.2016, www.br.de/nachrichten/bahn-muenchen-stammstrecke-100.html). Der Grüne MdL Ludwig Hartmann hat im Juli eine schriftliche Anfrage an den Landtag gestellt mit detaillierten Fragen zu einem im Münchner Merkur vom 25.6.2017 ( www.merkur.de/bayern/wegen-zweiter-stammstrecke-bahn-verschiebt-viele-bau-projekte-8431918.html) veröffentlichten 3-Phasen-Programm zum Ausbau der Münchner S-Bahn. Ohne zu beantworten, ob der Münchner Merkur die Liste korrekt zitiert hat, oder nicht, hat die Bayerische Staatsregierung im August 2017 „Einzelheiten zum neuen Programm und somit der Zukunft des Schienenverkehrs in der Metropolregion München .. nach der Sommerpause .. in Aussicht gestellt“ ( www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0018058.pdf). Die Sommerpause ist schon längst vorbei, aber auf Details zum Ausbau der Münchner S-Bahn warten wir noch immer.

    Ankündigungsminister Joachim Herrmann ist nun schon sechs Monate in Verzug. Oder war es vielleicht Absicht, dass in der Antwort „nach der Sommerpause“ mit keiner Jahreszahl versehen hat? Liegt es vielleicht am Führungskampf in der CSU?

    Kommentar – Was zu beweisen war – Fürstenfeldbruck – Süddeutsche.de

    2. S-Bahntunnel: Weniger S-Bahnzüge am Morgen: Kommentar – Was zu beweisen war – Fürstenfeldbruck

    www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/kommentar-was-zu-beweisen-war-1.3778883

    Öffentlicher Verkehr – Weniger S-Bahnen am Morgen auf S3, S4 & S8 – Fürstenfeldbruck

    SZ, 5.12.2017: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/oeffentlicher-verkehr-weniger-s-bahnen-am-morgen-1.3778887

    Kritik am geplanten barrierefreien Umbau des Bahnhofs Puchheim

    Siehe SZ, 30.11.2017

    Innenministerium berichtet über Fahrplankonzept zur 2. Stammstrecke im Landtag

    Siehe Merkur, 30.11.2017: „S-Bahn-Netz wird extrem ausgebaut: Die Vor- und Nachteile

    Und SZ, 1.12.2017: „Wer von der 2. Stammstrecke profitiert

    Siehe auch Bayerischer Landtag, 30.11.2017: „Wirtschaftsausschuss wirft bei 2. S-Bahn-Stammstrecke Blick in das Jahr 2026„:
    „Donnerstag, 30. November 2017
    – Von Katja Helmö –

    2026 soll, so der Stand der Planungen, die 2. Münchner S-Bahn-Stammstrecke in Betrieb gehen. Sie soll das derzeitige „Nadelöhr“ entlang der bestehenden Stammstrecke entschärfen und gleichzeitig nachhaltige Verbesserungen im Streckennetz rund um München ermöglichen. Das Ziel des Fahrplans nach Inbetriebnahme lautet „Öfter-Schneller-Weiter-Zuverlässiger“, wie Dr. Johann Niggl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), und Ministerialrat Carsten Fregin vom Bayerischen Innenministerium den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses erläuterten.

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    Reinhold Bockelt: Stammstrecken-Pläne verschlechtern Takt auf der S4: Innenministerium sagt Nachbesserung des Fahrplans zu

    Siehe Merkur, 30.11.2017
    Und Pressemeldung von Reinhold Bocklet vom 30.11.2017:

    Bocklet gegen Angebotsverschlechterung auf S4 – Korrektur in der Fahrplangestaltung in Aussicht gestellt
    Die Vorlage des Fahrplankonzepts mit Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke durch das Innenministerium hat Stimmkreisabgeordneten Reinhold Bocklet im Wirtschaftsausschuss des Landtags auf den Plan gerufen, um Verschlechterungen auf der S4-West zu verhindern. Zählt man die Regional- und S-Bahnzüge derzeit zusammen, dann kommt man auf 6 S-Bahnzüge und 3 Regionalzüge in der Spitzenstunde am Morgen, d.h. 9 Züge pro Stunde. Nach Inbetriebnahme der Stammstrecke sollen es nur noch 8 Züge pro Stunde sein: 4 reguläre S4 im 15 Minuten-Takt, 2 Express S-24 von Buchloe und 2 Regionalzüge. Dies würde eine Angebotsverschlechterung bedeuten. Auf Intervention von Landtagsvizepräsidenten Bocklet erklärten die Vertreter des Innenministeriums in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, dass es sich bei dem vorgelegten Konzept nur um ein Grundmuster handle, das im Rahmen der späteren Fahrplangestaltung im Wege einer Taktverdichtung verbessert werden könne. Bocklet hatte im Ausschuss argumentiert, dass die Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke zwar für 150 Stationen Verbesserungen oder mindestens keine Verschlechterungen bringe, während an 11 Stationen Angebotsverschlechterungen eingeplant würden. Dies sei bei der S4-West niemandem zu vermitteln, nachdem diese Strecke ohnehin eine der meistbefahrenen sei. Das Insistieren von Bocklet veranlasste die Vertreter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und das Ministerium zu der Aussage, für eine Korrektur zu sorgen. Auf Bocklets Nachfrage bestätigte das Innenministerium außerdem, dass an der S4-West nur ein Ausbau auf drei Gleise geplant sei. Der Stimmkreisabgeordnete begrüßte es, dass ab Dezember 2019 der Münchner S-Bahn-Vertrag auf einen Bruttovertrag mit Anreizelementen umgestellt werde.“

    Verkehrspakt Grossraum München: S-Bahnausbau wird weiter verschleppt

    Pressemeldung des STMI vom 24.11.2017: „Verkehrspakt Grossraum München“: www.stmi.bayern.de/med/pressemitteilungen/pressearchiv/2017/427/index.php Wieder einmal wird in einer Pressemeldung mit viel Tamtam eine neue Initiative für den öffentlichen Verkehr im Grossraum München angekündigt. Wir brauchen keine neuen Arbeitsgruppe. Die prioritären Projekte sind bekannt (Ausbau S4 West, S2 Ost und S1 West und S8 Ost). Selbst kleinste Projekte, welche nur in der Verantwortung des Landes Liegen (z.B. Sendlinger Spange) werden seit Jahren verzögert.
    Es ist höchste Zeit, die bestehenden Projekte ENDLICH voranzubringen, anstatt über immer neue Projekte zu diskutieren. Ausserdem sollte auch die Finanzierungsfrage endlich gelöst werden.
    Herr Herrmann hat z.B. den Ausbau der S4-West bis 2019 versprochen. Er hatte behauptet, der Ausbau der S4-West sei schon in der 3. Planungsstufe, der Entwurfsplanung, wobei jetzt herausgekommen ist, dass noch nicht einmal die 1. Planungsstufe, die Grundlagenermittlung eingeleitet wurde.
    Ausserdem: Joachim Herrmann hat die Erstellung einer Prioritätenliste für den S-Bahnausbau München versprochen: 1. Im Dezember 2016 hiess es am Bahngipfel wolle zusammen mit der Bahn im 2017 eine Prioritätenliste erstellen. Siehe: www.muenchen.de/aktuell/2016-12/ausbau-muenchner-s-bahn-netz-finanzierung-zweite-stammstrecke-beschlossen.html
    2. Im Bayerischen Rundfunk behauptete Joachim Herrmann im Dezember 2016, dass der Freistaat zusammen mit Bahn und Kommunen in den nächsten 6 Monaten eine Prioritätenliste erstellen würde, in der jede Baumassnahme auch mit einer Jahreszahl versehen würde: www.br.de/nachrichten/bahn-muenchen-stammstrecke-100.html. Juni ist längst vorbei, auf die Prioritätenliste warten wir noch immer.
    3. In der Antwort des STMI vom 26.4.2017 (veröffentlicht am 5.7.2017) auf die Frage des Landtags-SPD vom 16.2.2017, heisst es dann plötzlich, dass nicht die Kommunen, sondern die Landkreis bei der Erstellung der Prioritätenliste beteiligt seien: www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0016659.pdf
    Für mich sind das alles Ablenkungsmanöver. Kommunen und Landkreise können allenfalls Wunschzettel anmelden (es ist ja bald Weihnachten), entscheidend sind jene die die Planung in Auftrag geben und schliesslich jene, die die Massnahmen bezahlen. Und so lange die Finanzierung ungesichert ist, sind alles nur Luftschlösser.

    Elektrifizierung Lindau-München enfaltet erst nach Ausbau der S4 ihr volles Potenzial

    SZ, 15.11.2017: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-plaene-fuer-elektrifizierung-1.3752821

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